Der Musiker ASAP Rocky bei einer Veranstaltung in New York. (September 2018) | Bildquelle: AFP

Hilfe für ASAP Rocky Warum sich Trump für einen Rapper einsetzt

Stand: 22.07.2019 18:48 Uhr

US-Präsident Trump hat sich persönlich für ASAP Rocky eingesetzt, der in Schweden in Untersuchungshaft sitzt. Warum macht er das?

Von Julia Kastein, ARD-Studio Washington

Bis Ende vergangener Woche wusste Donald Trump nach eigenem Bekunden nicht einmal, wer ASAP Rocky ist. Jetzt setzt sich der US-Präsident persönlich für die Freilassung des schwarzen Musikers in Schweden ein.

Trump betont bei dieser Gelegenheit nicht nur seine guten Kontakte zu Prominenten wie Kanye West und Kim Kardashian, sondern auch in die afro-amerikanische Community insgesamt. "So viele Mitglieder der afro-amerikanischen Community haben mich angerufen, Freunde von mir und haben gefragt: 'Kannst Du helfen?'"

Trump wirbt um schwarze Wähler 

Das Engagement für ASAP Rocky kommt inmitten der aktuellen Rassismusdebatte in den USA. Am Wochenende hatte Trump seine Attacken gegen vier demokratische Abgeordnete noch einmal verschärft: Die vier Frauen seien überhaupt nicht in der Lage, das Land zu lieben und sollten sich deshalb beim ganzen Land entschuldigen.

Er sei kein Rassist, wiederholt Trump bei jeder Gelegenheit. Und schmückt sich zum Beweis gerne mit möglichst prominenten Schwarzen. Im vergangenen Oktober etwa lud er Kanye West gemeinsam mit der Football-Legende Jim Brown zum Mittagessen ins Weiße Haus ein. 

Der ehemalige NFL-Spieler Jim Brown | Bildquelle: AP
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Auch die NFL-Legende Jim Brown war schon zum Lunch im Weißen Haus.

Beim gemeinsamen Auftritt vor den Kameras mit West beschwor Trump seine Verdienste für die Schwarzen in den USA insgesamt, die rund 14 Prozent der Bevölkerung ausmachen. "Wenn sie sich die Arbeitslosenquote anschauen, das mittlere Einkommen - wir halten unser Versprechen."

Afro-Amerikaner könnten bei der nächsten Präsidentschaftwahl eine entscheidende Rolle spielen. 2016 stimmten gerade mal acht Prozent für Trump. Und 88 Prozent für Hilary Clinton. Das soll 2020 anders werden.

Anekdote bei Fox News

Auch deshalb mühen sich Trump und seine Partei, den Rassismusvorwurf zu entkräften. Der einzige Schwarze in seinem Kabinett, Bauminister Ben Carson, gab bei Fox News folgende Anekdote zum Besten.

"Er ist überhaupt nicht rassistisch. Als ich ihn das erste Mal getroffen habe, bevor wir beide überhaupt in der Politik waren, das war in seinem Golf-Club Mar-el-Largo. Wir haben uns unterhalten. Dann kam jemand und sagte: 'Mr Trump, Rod Stewart ist da.' Und Trump sagte nur: 'Ja, aber das hier ist Ben Carson.' So jemand ist er."

Trump rief in Stockholm an

Auch Kim Kardashian, die Ehefrau von Kanye West, war schon zu Gast im Weißen Haus. Sie setzte sich dort erfolgreich für die Begnadigung einer Schwarzen ein. Ob sie nicht das Gefühl habe, dass Trump sie benutze, wurde sie anschließend im CNN-Interview gefragt. Sie antwortete: "Ich glaube nicht, dass ich mich benutzen lasse. Er hat mich angehört, wir haben erreicht, was wir wollten. Also wie hat er mich da benutzt?"

Ob Trumps Engagement ASAP Rocky tatsächlich hilft, ist bislang unklar. Das Telefonat mit Schwedens Regierungschef Stefan Löfven soll nach Darstellung beider Seiten freundlich gewesen sein. Allerdings wies Löfven den US-Präsidenten darauf hin, dass der Rapper behandelt werde, wie jeder andere Verdächtige auch.

Trump setzt sich für schwarzen Rapper ASAP Rocky ein
Julia Kastein, ARD Washington
22.07.2019 18:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. Juli 2019 um 07:13 Uhr.

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