Gefallener Radsport-Held: Lance Armstrong. | Bildquelle: REUTERS

100-Millionen-Dollar-Klage Doper Armstrong kauft sich frei

Stand: 20.04.2018 02:24 Uhr

Er dopte sich zu sieben Tour-de-France-Titeln und wurde deshalb auf 100 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Jetzt zahlt Lance Armstrong fünf Millionen Dollar an die US-Regierung - und entgeht so dem Prozess.

Ex-Radprofi Lance Armstrong bezahlt nach übereinstimmenden Berichten von US-Medien eine Summe von fünf Millionen Dollar an die US-Regierung, um einen Schadenersatzprozess gegen ihn zu vermeiden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit dem amerikanischen Justizministerium erzielt.

In dem Prozess gegen den geständigen Doper Armstrong wäre es um fast 100 Millionen Dollar Schadenersatz gegangen. Er sollte, begleitet von großer Medienöffentlichkeit, am 7. Mai in Washington beginnen. Das Justizministerium und der ehemalige Armstrong-Teamkollege Floyd Landis hatten wegen Betruges geklagt.

Armstong wurde lebenslang gesperrt

Die Gesellschaft "Tailwind Sports" hatte als Besitzer des Armstrong-Teams von 2000 bis 2004 mehr als 32 Millionen Dollar vom staatlichen Sponsor US Postal erhalten. Die Regierung machte geltend, Armstrong habe mit dem Doping und den Regelverstößen seinen Wert für das US Postal Team mehr als zunichte gemacht.

Lance Armstrong und Oprah Winfrey während des TV-Interviews.
galerie

Der frühere Radprofi Lance Armstrong gestand sein Doping im Interview mit Moderatorin Oprah Winfrey.

Armstrong unterstellte seinem früheren Arbeitgeber dagegen Mitwisserschaft bei den Doping-Praktiken und reklamierte, dass der erzielte Werbewert weit höher zu veranschlagen sei als der angebliche Imageverlust. Den Berichten zufolge stimmte Armstrong zu, neben den fünf Millionen auch 1,65 Millionen US-Dollar an Landis zu bezahlen, um dessen Rechtskosten zu decken.

Die US-Anti-Doping-Agentur USADA hatte die Machenschaften Armstrongs 2012 aufgedeckt. Armstrong wurden lebenslang alle Sportaktivitäten untersagt und alle sieben Siege bei der Tour de France zwischen 1999 und 2005 aberkannt.

Der seit 2013 geständige Texaner verlor in zahlreichen Schadenersatzprozessen bereits rund 20 Millionen Dollar. Kürzlich schrieb Armstrong sein Haus in Texas für 7,5 Millionen US-Dollar zum Verkauf aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. April 2018 um 06:00 Uhr.

Darstellung: