Blick auf Eis und Schnee in der Arktis | Bildquelle: AFP

Arktischer Rat Abschlusserklärung scheitert an den USA

Stand: 07.05.2019 13:44 Uhr

Der Klimawandel bedroht die Arktis, weckt aber auch Begehrlichkeiten. Im Arktischen Rat warnten die USA nun die Konkurrenten - und verhinderten offenbar mit ihrem Widerstand gegen das Wort "Klimawandel" eine Abschlusserklärung.

Eigentlich sind Umweltschutz und Nachhaltigkeit traditionell zentrale Anliegen des Arktischen Rates - aus gutem Grund: Nirgendwo vollzieht sich der Klimawandel so schnell wie hier. Wissenschaftlern zufolge schreitet die Erderwärmung in der Arktis doppelt so schnell voran wie in anderen Regionen.

Doch ausgerechnet jetzt konnte sich das Gremium, dem die acht Anrainerstaaten der Arktis angehören, nach einem Treffen im finnischen Rovaniemi nicht wie üblich auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen. Zwar sei ein Dokument unterschrieben worden, sagt ARD-Korrespondent Christian Stichler - doch sei es keine Erklärung im ursprünglichen Sinne, sondern lediglich ein Statement. "So etwas hat es in der mehr als 20-jährigen Geschichte des Arktischen Rates noch nicht gegeben."

Abschlussbericht des Arktischen Rates gescheitert: Widerstand gegen das Wort "Klimawandel"
tagesschau 20:00 Uhr, 07.05.2019, Christian Stichler, ARD Stockholm

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USA: Keine Erwähnung des Klimawandels

Grund ist offenbar ein Streit über die Erwähnung des Klimawandels. "Vor allem die USA haben eine allzuscharfe Formulierung zu verhindern versucht", sagt Stichler. Die "Washington Post" berichtete schon vor Tagen, dass die US-Regierung darauf gedrängt habe, in der Erklärung auf jede Erwähnung des Klimawandels oder des Pariser Klimaschutzabkommens zu verzichten. Gerade dieses Thema aber liegt vielen anderen Mitgliedsstaaten des Rates besonders am Herzen.

Der finnische Außenminister Timo Soini unterließ es zum Ende des zweijährigen Vorsitzes seines Landes, einen Schuldigen zu benennen, und sprach diplomatisch von Meinungsverschiedenheiten. Die Mehrheit der Ratsmitglieder betrachte den Klimawandel als eine fundamentale Herausforderung für die Arktis, sagte er. Diese Mehrheit bekenne sich zu der dringenden Notwendigkeit, gegen den Klimawandel vorzugehen und sich an ihn anzupassen. Delegationskreisen zufolge weigerten sich die USA als einziges Land, in dem Abschlussdokument Bezug zum dem Thema zu nehmen.

Dem Arktischen Rat gehören Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden und die USA an. Er ist ein Forum zur Zusammenarbeit und soll sich insbesondere um nachhaltige Entwicklung und den Schutz der Umwelt in der Region um den Nordpol kümmern. Auch die Vertretungen der indigenen Bevölkerung der Region werden miteinbezogen. Die Ministertreffen finden alle zwei Jahre statt. Bislang funktionierte die Zusammenarbeit reibungslos.

"Viel zu verdienen in der Arktis"

Der Streit fällt in eine Zeit, in der die Arktis immer mehr zum Schauplatz nationaler Interessen wird. "Das Eis schmilzt, Bodenschätze werden frei, See- und Schifffahrtswege werden neu erschlossen, der Tourismus steigt", sagt Stichler. "Es gibt also viel zu verdienen in der Arktis - und da wollen alle dabei sein." Auch China spiele eine immer wichtigere Rolle, das Land habe Milliarden investiert.

US-Außenminister Mike Pompeo, der bei seiner Rede am Montag den Klimawandel weitgehend unerwähnt gelassen hatte, nutzte seine Ansprache denn auch dazu, die Konkurrenten zu warnen. Die Arktis sei wegen ihrer Vorräte an Öl, Gas und Mineralien sowie wegen ihres Fischvorkommens zu einem Schauplatz des globalen Wettbewerbs geworden, sagte er. "Nur weil die Arktis ein Ort der Wildnis ist, heißt das nicht, dass sie ein Ort der Gesetzlosigkeit sein sollte."

China habe zwar einen Beobachterstatus beim Arktischen Rat, sei aber mehr als 1500 Kilometer von der Region entfernt. Chinas Aussage, es sei beinahe eine arktische Nation, sei deshalb falsch. "Es gibt nur arktische und nicht-arktische Staaten." Auch russische Gebietsansprüche auf neue Seewege kritisierte Pompeo: "Moskau verlangt bereits illegalerweise, dass andere Nationen Russland um Erlaubnis bitten, bevor sie die Route durch das Nordpolarmeer nutzen." Die USA würden ihre diplomatische und militärische Präsenz in der Arktis verstärken.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Mai 2019 um 11:00 Uhr und um 14:00 Uhr.

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