Der Weihnachtsmarkt öffnet wieder in Straßburg. | Bildquelle: RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX

Ermittlungen in Straßburg "Es geht jetzt um mögliche Komplizen"

Stand: 14.12.2018 13:03 Uhr

Nach dem Tod des mutmaßlichen Attentäters zeigen sich die Menschen in Straßburg erleichtert. Doch die Ermittlungen gehen weiter. Hatte Chekatt Komplizen?

Von Sabine Wachs, ARD-Studio Paris

Es waren auch die zahlreichen Hinweise aus der Bevölkerung, die den Ermittlern halfen, den Aufenthaltsort von Chérif Chekatt zu bestimmen. Erst einen Tag nach dem Anschlag hatte die Polizei das Foto des mutmaßlichen Attentäters vom Straßburger Weihnachtsmarkt veröffentlicht.

Innerhalb von nur 24 Stunden seien mehr als 800 Anrufe bei den Behörden eingegangen, sagte Staatsanwalt Remy Heitz. Viele kamen aus dem Viertel Neudorf - wo die Polizisten Chekatt erschossen.

"Es geht jetzt darum, mögliche Komplizen zu suchen, die ihn bei der Planung des Anschlages unterstützt und dazu ermutigt haben könnten", sagt Heitz. "Wir werden die letzten 48 Stunden des mutmaßlichen Attentäters rekonstruieren, um herauszufinden, ob er Hilfe bei seiner Flucht hatte."

Französische Polizei fahndet nach Komplizen von Straßburg-Attentäter
tagesschau 20:00 Uhr, 14.12.2018, Mathias Werth, ARD Paris

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Ermittler finden Waffen

Wie der Staatsanwalt berichtete, fanden die Ermittler bei dem Toten mehrere Waffen: einen Revolver mit sechs Schuss Munition, ein Messer, außerdem hatte er weitere Munition in seiner Jackentasche.

Innenminister Christoph Castaner bedauerte im Radiosender Europe 1 den Tod Chekatts: "Es wäre wichtig gewesen, ihn lebend zu fassen, um die Ermittlungen voranzutreiben", sagt er. Demnach wollten die Polizisten den Verdächtigen stellen, als er sich umdrehte und schoss. "Sie haben geschossen, um sich zu verteidigen und um sich selbst zu schützen."

48 Stunden Angst

48 Stunden lang hatten mehr als 700 Polizisten nach dem mutmaßlichen Attentäter gefahndet. Mehr als 300 Ermittler suchten nach Hinweisen auf seinen Aufenthaltsort, ermittelten im Umfeld von Chekatt. Insgesamt sieben Personen, die dem mutmaßlichen Attentäter nahe standen, wurden in Polizeigewahrsam genommen, darunter seine Eltern und zwei Brüder.

Von Beginn an konzentrierten sich die Ermittlungen laut Innenminister auf das Heimatviertel Chekatts, Neudorf. "Wir haben das Viertel Meter für Meter durchkämmt." Auch in Paris wurden demnach Menschen aus Chekatts Umfeld überprüft. Diese Ermittlungen hätten die Beamten auf die richtige Spur gebracht.

Großeinsatz der Polizei im Straßburger Stadtteil Neudorf | Bildquelle: RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX
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Großeinsatz der Polizei im Straßburger Stadtteil Neudorf.

Weihnachtsmarkt öffnet

Unter extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen hat am Vormittag der Straßburger Weihnachtsmarkt wieder eröffnet. Polizisten und Soldaten, bewaffnet mit Maschinenpistolen patrouillieren auf dem Place Kleber.

Touristen und Bewohner sind gekommen. Vor einer Glühweinbude steht ein Straßburger, in der Hand ein Schild: Danke an die Sicherheitskräfte steht darauf. "Straßburg ist erleichtert, dank der Einsatzkräfte wird unsere Stadt wieder leuchten", sagt er. "Ich bin hier, um ihnen die Ehre zu erweisen. Sie haben eine ausgezeichnete Arbeit gemacht."

Auch nach dem Tod des mutmaßlichen Attentäters gilt in Frankreich weiter die höchste Terrorwarnstufe. Tausende Soldaten schützen die Weihnachtsmärkte im ganzen Land. Straßburg versucht, trotz der vielen Polizisten und Soldaten in der Stadt, langsam zur Normalität zurückzukehren. Die Öffnung des Weihnachtsmarktes sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung, sagte der Bürgermeister Roland Ries.

Nach Tod des mutmaßlichen Attentäters von Straßburg: Ermittlungen laufen weiter
Sabine Wachs, ARD Paris
14.12.2018 12:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 14. Dezember 2018 die tagesschau um 14:00 Uhr und B5 aktuell um 14:50 Uhr.

Korrespondentin

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