Das National Oceanic and Atmospheric Administration zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt ein Gewitterkomplex, in dem am 29. April 2020 über Teilen der südlichen Vereinigten Staaten mit rund 768 Kilometern der längste Einzelblitz über eine horizontale Strecke aufgezeichnet wurde. | Uncredited/NOAA via AP/dpa

Neuer Rekord Ein Blitz mit 768 Kilometern Länge

Stand: 01.02.2022 08:47 Uhr

Ein Megablitz in den USA hat einen neuen Rekord aufgestellt: Laut der UN-Organisation WMO entlud er sich auf einer Länge von 768 Kilometern. Das entspricht in etwa der Entfernung zwischen Bodensee und Ostsee.

Der längste jemals gemessene Blitz hat sich laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) über 768 Kilometer erstreckt. Die Entladung ereignete sich im April 2020 zwischen den US-Staaten Texas, Louisiana und Mississippi.

Nach wissenschaftlicher Überprüfung wurde der Rekord nun von der WMO bestätigt. Außerdem erklärte die UN-Organisation einen Megablitz von 17,1 Sekunden über Uruguay und dem nördlichen Argentinien im Juni 2020 zum Blitz mit der längsten Dauer. Der WMO zufolge wurden die Rekordblitze in Regionen gemessen, die für riesige Gewitterkomplexe bekannt sind.

"Beweis für die Macht der Natur"

Beide Rekorde traten in sogenannten mesoskaligen konvektiven Systemen auf, die entstehen, wenn sich Gewitter zu einem großen Gewitterkomplex zusammenschließen. Als bisherige Rekordhalter galten ein Blitz mit 709 Kilometern über Südbrasilien im Oktober 2018, sowie ein 16,73 Sekunden dauernder Blitz über Nordargentinien im März 2019.

Die Länge des Megablitzes in den USA entspricht in etwa der Entfernung zwischen Rostock und dem Bodensee. "Dies sind außergewöhnliche Rekorde", erklärte der WMO-Berichterstatter für Wetter- und Klimaextreme, Randall Cerveny. Sie seien "ein lebendiger Beweis für die Macht der Natur und für den wissenschaftlichen Fortschritt bei der Durchführung solcher Bewertungen".

Entladung über weite Entfernungen

Die Technologie zur Erfassung der Länge und Dauer von Blitzen hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verbessert und ermöglicht nun Rekorde, die weit über das hinausgehen, was früher die Norm war. Die letzten Megablitz-Rekorde aus den Jahren 2018 und 2019 waren die ersten, die mit der neuen Satellitentechnologie zur Erfassung von Blitzen verifiziert wurden. 

Die WMO wies in dem Zusammenhang auf die "große Gefahr" durch Blitze hin. Diese forderten jedes Jahr "viele Menschenleben", erklärte WMO-Chef Petteri Taalas. Aus Anlass der Rekorde betonte die UN-Organisation, dass sich Blitze über extrem weite Entfernungen entladen können. Wenn ein Gewitter zehn Kilometer entfernt sei, sollten Menschen in festen Gebäuden oder geschlossenen Fahrzeugen Schutz suchen, denn ein Blitz könne dann schon binnen weniger Sekunden einschlagen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 01. Februar 2022 um 07:55 Uhr.