Kernkraftwerk Saporischschja | AFP

Krieg gegen die Ukraine Sicherheitsrat berät über AKW Saporischschja

Stand: 11.08.2022 04:45 Uhr

Angesichts der Gefahr einer nuklearen Katastrophe im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja trifft sich der UN-Sicherheitsrat heute zu einer Krisensitzung. Seit Tagen wird aus der Gegend um das AKW heftiger Beschuss gemeldet.

Angesichts der Befürchtungen vor einer nuklearen Katastrophe im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja wird sich der UN-Sicherheitsrat heute zu einer Krisensitzung treffen.

Die Sitzung auf Antrag Russlands wird um 15.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) in New York stattfinden, wie am Mittwoch aus diplomatischen Kreisen verlautete.

IAEA-Chef Grossi soll Rat unterrichten

Seit Tagen wird aus der Gegend um das von Russland besetzte AKW heftiger Beschuss gemeldet. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich. Russland ist neben China, Frankreich, Großbritannien und den USA ständiges Mitglied im Sicherheitsrat und besitzt dort Vetorecht. Den Vorsitz über das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen hat derzeit China inne.

Bei der Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates wird der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, die 15 Mitgliedstaaten über die Lage an dem Atomkraftwerk informieren und sich dabei zu Fragen der atomaren Sicherheit äußern. Er will nach Angaben der IAEA auch auf Bemühungen eingehen, "so bald wie möglich" eine Expertenmission zu dem Atomkraftwerk zu schicken.

Immer wieder Beschuss des AKW

Die im Süden der Ukraine gelegene Anlage ist das größte Atomkraftwerk Europas und verfügt über sechs der insgesamt 15 ukrainischen Atomreaktoren. Sie ist seit Anfang März von der russischen Armee besetzt. Zuletzt wurden am Dienstagabend bei Bombenangriffen in der Umgebung des AKW nach ukrainischen Angaben mindestens 14 Menschen getötet.

Die G7-Staaten hatten Russland am Mittwoch nachdrücklich aufgefordert, seine Armee vom Gelände des Kernkraftwerkes zurückzuziehen. "Es ist Russlands fortdauernde Herrschaft über das Kernkraftwerk, welche die Region gefährdet", erklärten die Außenminister der G7-Staaten in einer gemeinsamen Mitteilung. Am Wochenende hatte sich die Internationale Atomenergiebehörde "alarmiert" über die Lage vor Ort gezeigt und vor einer "sehr realen Gefahr einer nuklearen Katastrophe" gewarnt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. August 2022 um 08:00 Uhr.