Héctor Valer Pinto spricht in Lima auf einer Pressekonferenz. | AFP

Regierungskrise in Peru Neuer Ministerpräsident nur drei Tage im Amt

Stand: 06.02.2022 09:14 Uhr

Valer Pinto war bereits der dritte Regierungschef, den Perus Präsident in den vergangenen sechs Monaten ernannt hatte. Er hielt sich nur drei Tage im Amt. Grund dafür sind Vorwürfe der häuslichen Gewalt.

Perus Präsident Pedro Castillo hat den erst vor drei Tagen ernannten Regierungschef Héctor Valer Pinto wegen Vorwürfen der häuslichen Gewalt wieder entlassen. "Ich habe entschieden, die Regierung umzubilden", sagte Castillo. Wenn der Präsident die nächste Regierung vorstellt, wird es die vierte seit seinem Amtsantritt vor sechs Monaten sein.

Valer Pinto war am Donnerstag unter Druck geraten, als Zeitungen berichteten, dass seine Frau und seine Tochter ihn 2016 wegen häuslicher Gewalt angezeigt hatten. Die Opposition und auch Teile der Regierung forderten daraufhin seinen Rücktritt. Der 62-jährige Regierungschef bestritt, ein "Missbrauchstäter" zu sein und verwies darauf, nie wegen häuslicher Gewalt verurteilt worden zu sein.

Proteste gegen Castillo nehmen zu

Valer Pinto war bereits der dritte Ministerpräsident seit dem Amtsantritt von Castillo im Juli. Castillos Regierung ist mit einer Krise behaftet. Erstmals seit seiner Wahl protestieren einstige Unterstützer von ihm gegen seine Regierung. Sie werfen ihm vor, bei der Auswahl seiner Minister nicht gut genug aufzupassen.

Der ehemalige Dorfschullehrer Castillo war Ende Juli 2021 nach einem äußerst knappen Wahlsieg und wochenlangem juristischen Streit mit der unterlegenen Rechtspopulistin Keiko Fujimori als Präsident vereidigt worden. Bereits in den ersten Wochen seiner Amtszeit geriet die Regierung des unerfahrenen Politikers unter Druck. Wegen verschiedener Vorwürfe oder Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts traten zuletzt immer wieder wichtige Minister seiner Regierung zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Februar 2022 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.