NASA-Sonde der Mission DART vor Asteroid (Simulation) | via REUTERS

NASA-Projekt DART Üben für den Weltuntergang

Stand: 26.09.2022 18:29 Uhr

Heute Nacht wird ein Raumfahrzeug der NASA absichtlich mit einem Asteroiden zusammenstoßen. Die US-Weltraumbehörde will mit der Mission DART herausfinden, wie sie die Erde vor Asteroideneinschlägen schützen kann.

Von Florian Mayer, ARD-Studio Washington

Der Double Asteroid Redirection Test (DART) ist der erste Versuch in der Raumfahrtgeschichte, einen Asteroiden von seiner Flugbahn abzulenken. Einfach formuliert schießt die NASA mit einem sehr schnellen, satellitenähnlichen Würfel von gerade mal gut einem Meter Größe auf ihn. Die Mission trägt daher abgekürzt auch passenderweise den Namen DART. Entwickelt wurden die Mission und das kleine Raumfahrzeug vom Labor für angewandte Physik der Johns Hopkins-Universität in Zusammenarbeit mit der NASA. Kostenpunkt: mehr als 300 Millionen US-Dollar.

Florian Mayer ARD-Studio Washington

Seinen Anfang nahm die Mission bereits am 24. November 2021. An diesem Tag startete DART an der Spitze einer Falcon-9-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX ins Weltall. Seitdem befindet sich der kleine Würfel auf dem Weg zu dem 163 Meter großen Asteroiden Dimorphos, der in einem Orbit um den noch größeren Asteroiden Didymos kreist. Elf Millionen Kilometer liegen zwischen der Erde und dem Doppel-Asteroiden.

Rakete der NASA-Mission DART beim Start | dpa

Die SpaceX-Falcon-9-Rakete mit der Sonde startete bereits im November 2021 ins All. Bild: dpa

Aufprall mit knapp 20-facher Schallgeschwindigkeit

DART soll um 19:14 Uhr Ostküstenzeit (1:16 Uhr MESZ) Dimorphos mit rund 23.800 Kilometern pro Stunde treffen, zerschellen und durch die Kraft des Aufpralls die Umlaufbahn von Dimorphos um Didymos verändern. Die Weltraumforscher sind sich sicher, dass sie dadurch auch die Flugbahn des Asteroidenpaares ändern werden. Beide Asteroiden würden also von ihrem bisherigen Weg durchs All abgelenkt.

Das DART-Raumfahrzeug findet sein Ziel dabei automatisch mithilfe von hochauflösenden Kameras, die immer wieder die Entfernung, Größe und Form des Asteroiden analysieren und die Flugbahn des Würfels anpassen, um das Ziel nicht zu verfehlen. Um den Aufprall beobachten und Messdaten sammeln zu können, fliegt ein kleiner Satellit, den die italienische Raumfahrtagentur entwickelt hat, hinterher.

Erfolg erst in einigen Tagen messbar

Gelingt dieser Test, hätte die NASA einen zentralen Bestandteil ihres planetaren Verteidigungssystems erstmals erfolgreich durchgeführt. Hinter DART steckt nämlich das Ziel, die Erde vor gefährlichen Asteroiden- oder Kometeneinschlägen schützen zu können, indem sie nicht zerstört, sondern von der Erde weggeleitet werden.

Ob DART erfolgreich war, werden die Forscher frühesten drei Tage nach dem Aufprall wissen. 2024 soll dann eine weitere Mission ins All starten, um die beiden Asteroiden genauer zu untersuchen.