Heiko Maas | dpa

Corona-Impfstoffe Maas zu Gesprächen über Patente bereit

Stand: 13.07.2021 20:58 Uhr

Die USA wie auch viele ärmere Länder setzen sich dafür ein, dass der Patentschutz für Corona-Impfstoffe gelockert wird. Während Kanzlerin Merkel dem Anliegen eine Absage erteilt, schlägt ihr Außenminister andere Töne an.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich offen für Gespräche über eine Aufweichung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe gezeigt. "Das ist eine Diskussion, die wir führen und der wir uns gar nicht verweigern wollen", sagte der SPD-Politiker beim Besuch einer Produktionsstätte des US-Pharmakonzerns Pfizer in Kalamazoo im US-Bundesstaat Michigan.

Kurzfristig sehe er aber keine Möglichkeit einer Aussetzung, deswegen liege die Priorität im Moment bei der Verbesserung von Lieferketten und dem Aufbau von Produktionsstätten in ärmeren Ländern, sagte Maas. "Man muss beides tun, man kann das auch parallel tun."

Merkel trifft am Donnerstag US-Präsident Biden

Ärmere Länder, aber auch die USA, setzen sich seit geraumer Zeit für eine Aussetzung des Patentschutzes für Impfstoffe ein, um die weltweite Impfkampagne zu beschleunigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt das bislang klar ab. Maas schlägt nicht zum ersten Mal andere Töne an. Die Kanzlerin trifft sich am Donnerstag im Weißen Haus mit US-Präsident Joe Biden. Dabei könnte auch dieses Thema eine Rolle spielen.

Maas begann in Michigan einen dreitägigen USA-Besuch. In Kalamazoo besuchte er die größte pharmazeutische Produktionsstätte in den USA, in der auch Corona-Impfstoff hergestellt wird. Pfizer arbeitet dabei mit dem deutschen Unternehmen BioNTech zusammen.

Schon vor seinem Abflug betonte der Außenminister, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit bei der Verteilung von Impfstoffen sei. "Ohne weltweite Solidarität bei der Impfstoffverteilung wird Delta nicht die letzte Variante gewesen sein, die wir besiegen müssen", betonte er.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 29. Juni 2021 um 12:45 Uhr in den Nachrichten.