Das US-Gefängnis Terre Haute | Bildquelle: AFP

Todesstrafe Frau in den USA hingerichtet

Stand: 13.01.2021 10:17 Uhr

17 Jahre lang setzte die US-Bundesjustiz Hinrichtungen aus - doch der scheidende Präsident Trump gilt als Befürworter der Todesstrafe. Nun wurde erstmals seit fast 70 Jahren wieder eine Frau hingerichtet.

In den USA ist zum ersten Mal seit fast 70 Jahren eine Frau durch die US-Bundesjustiz hingerichtet worden. Das Todesurteil sei in der Justizvollzugsanstalt Terre Haute im Bundesstaat Indiana vollstreckt worden, teilte das Justizministerium mit. Sie starb durch eine Giftspritze. Der Oberste Gerichtshof hatte kurz zuvor den Weg für die Hinrichtung frei gemacht.

Die 52-Jährige war wegen des grausamen Mordes an einer Schwangeren zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht im Bundesstaat Indiana hatte die Vollstreckung des Urteils am Montag wegen Zweifeln an Montgomerys Geisteszustand zunächst ausgesetzt. Ein Berufungsgericht hob die Entscheidung einen Tag später jedoch auf. Der Supreme Court in Washington gab schließlich den Behörden Recht. Es war die erste Hinrichtung einer Frau durch die US-Bundesjustiz seit dem Jahr 1953.

Frau war möglicherweise nicht zurechnungsfähig

Die Frau hatte 2004 eine Hochschwangere erwürgt und ihr dann das Baby aus dem Bauch geschnitten. Einen Tag nach der Tat wurde sie in ihrem Haus in Skidmore im US-Bundesstaat Missouri rund 250 Kilometer vom Tatort entfernt festgenommen. Das geraubte Baby, das die grausige Tat überlebte, hatte sie bei sich. Vor ihrem Geständnis erzählte sie der Polizei und ihrem Mann, dass sie das Mädchen selbst zur Welt gebracht habe.

Die 52-Jährige war nach Angaben ihrer Verteidiger als Kind mehrfach vergewaltigt und gequält worden, was ihre psychische Krankheit verschärft hat. Ihre Anwältin Kelley Henry sagte während des Prozesses, sie glaube nicht, dass ihre Mandantin rational begreife, was vorgehe. Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau vorgeworfen, die Geisteskrankheit nur vorgetäuscht zu haben.

Weitere Hinrichtungen unter Trump-Regierung möglich

Montgomery wurde im Jahr 2007 zum Tod verurteilt. Das US-Justizministerium entschied im vergangenen Jahr in ihrem Fall sowie bei zwölf anderen zum Tode verurteilten Häftlingen in US-Bundesgefängnissen, dass die Hinrichtungen vollzogen werden sollten. Zuvor waren Hinrichtungen durch die Bundesjustiz 17 Jahre lang ausgesetzt gewesen.

Der scheidende US-Präsident Donald Trump ist ein Befürworter der Todesstrafe. Ein Gnadengesuch von Montgomerys Anwälten ignorierte er. Der künftige Präsident Joe Biden gilt als Gegner von Hinrichtungen in Bundesgefängnissen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Januar 2021 um 11:00 Uhr.

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