Eine Mitarbeiterin zieht eine Spritze mit dem Impfstoff von BioNTech auf.  | dpa

Corona-Pandemie US-Behörde macht Weg für Omikron-Booster frei

Stand: 01.09.2022 05:33 Uhr

Die USA-Gesundheitsbehörde FDA hat den an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffen von BioNTech und Moderna eine Notfallzulassung erteilt.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat zwei Covid-19-Impfstoffen, die auch der Omikron-Variante Rechnung tragen, als Auffrischungsimpfungen eine Notfallzulassung erteilt. Dabei handelt es sich um sogenannte bivalente mRNA-Impfstoffe der Unternehmen BioNTech/Pfizer und Moderna, wie die Behörde mitteilte. Die Vakzine sind sowohl auf die Varianten BA.4/BA.5 als auch auf den ursprünglichen Virusstamm zugeschnitten.

Omikron-Booster ab 12 und 18 Jahren zugelassen

Die angepassten Impfstoffe können laut Zulassung frühestens zwei Monate nach einer Impfung gegen das Virus verabreicht werden. Die FDA genehmigte den bivalenten Impfstoff von Moderna als einmalige Auffrischungsdosis bei Menschen ab 18 Jahren. Der von BioNTech/Pfizer kann als einmalige Auffrischungsdosis demnach schon Menschen ab 12 Jahren verabreicht werden. "Jetzt, wo wir uns auf den Herbst zubewegen und mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, empfehlen wir allen, die dafür in Frage kommen, eine Auffrischungsdosis mit einem bivalenten Covid-19-Impfstoff in Erwägung zu ziehen, um einen besseren Schutz gegen die derzeit zirkulierenden Varianten zu erhalten", teilte FDA-Chef Robert Califf mit.

Bivalent bedeutet, dass zwei Komponenten berücksichtigt sind: Die Präparate sollen Schutz bieten sowohl vor dem ursprünglichen Sars-CoV-2 als auch vor den Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5.

Die FDA hatte die Impfstoffhersteller im Juni dazu aufgefordert, die Impfungen auf die beiden Untervarianten BA.4/BA.5 abzustimmen, die für den jüngsten Anstieg der weltweiten Corona-Infektionen verantwortlich sind. Die Subvariante BA.5 ist derzeit für mehr als 88 Prozent der Infektionen in den USA verantwortlich. In der Europäischen Union dürften dagegen wohl zuerst Booster gegen die Omikron-Variante BA.1, die im vergangenen Winter für einen massiven Anstieg der Infektionen gesorgt hatte, zugelassen werden.

EMA-Sondersitzung zu Omikron-Booster

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat für heute eine Sondersitzung geplant, auf der die Zulassungsanträge für die entsprechenden Auffrischungsimpfungen von BioNTech/Pfizer und Moderna besprochen werden sollen. Großbritannien hatte den BA.1-Booster von Moderna Mitte August als weltweit erstes Land genehmigt.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte angekündigt, dass in Deutschland in den zwei Wochen ab dem 5. September die ersten insgesamt 14 Millionen Impfdosen mit den angepassten Auffrischungsimpfungen von BioNTech/Pfizer und Moderna ausgeliefert werden sollen. Er rechnet mit einer Zulassung beider Booster durch die EU-Kommission am 1. oder 2. September. Sollte die EU-Kommission Ende September oder Anfang Oktober dann auch den an die Virusvarianten BA.4/BA.5 angepassten Impfstoff zulassen, werde Deutschland von BioNTech/Pfizer ebenfalls "sehr zügig" mit einer ersten Tranche von 9,5 Millionen Dosen beliefert, hieß es in Schreiben Lauterbachs an die Beteiligten der Impfkampagne.

Noch gibt es keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu den angepassten Omikron-Auffrischungsimpfungen. Die STIKO empfiehlt inzwischen eine vierte Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren. Nach Angaben Lauterbachs beschäftigt sich die STIKO derzeit aber "sehr intensiv" mit den Studiendaten der angepassten Impfstoffe mit dem Ziel, zeitnah zu einer aktualisierten Empfehlung zu kommen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. September 2022 um 07:27 Uhr.