Joe Biden. | AFP

Biden zu Waffengesetzen "Genug, genug, genug!"

Stand: 03.06.2022 07:40 Uhr

US-Präsident Biden hat den Kongress in einer Fernsehansprache zu neuen Gesetzen gegen Waffengewalt aufgefordert: "Dieses Mal müssen wir wirklich etwas ändern." Bei zwei weiteren Angriffen mit Schusswaffen gab es Tote und Verletzte.

Nach einer Serie tödlicher Angriffe mit Schusswaffen hat US-Präsident Joe Biden eine Verschärfung der Waffengesetze und ein Verbot von Sturmgewehren gefordert. "Wie viel mehr Blutvergießen sind wir bereit zu akzeptieren?", fragte Biden bei einer emotionalen Ansprache im Weißen Haus. "Wir können das amerikanische Volk nicht noch einmal im Stich lassen."

Der Demokrat nannte es "skrupellos", dass die Republikaner im US-Senat jede Verschärfung der Regelungen blockierten. Vor den Kongresswahlen im November rief er die Amerikaner dazu auf, "dieses Thema in den Mittelpunkt ihrer Wahlentscheidung zu stellen".

Biden schlägt Reihe von Maßnahmen vor

Biden sagte, sollte ein Verbot von Sturmgewehren im Kongress nicht durchsetzbar sein, solle das Mindestalter für den Kauf dieser Waffen von 18 auf 21 Jahre angehoben werden. Er forderte zudem, den Verkauf von Magazinen mit hoher Kapazität zu untersagen.

Überprüfungen von Waffenkäufern müssten verstärkt werden. Gesetze zur sicheren Lagerung von Waffen und zum Schutz vor potenziell gefährlichen Waffenbesitzern müssten erlassen werden. Hersteller von Schusswaffen müssten in Haftung genommen werden können.

"Es ist Zeit zu handeln"

"Es ist Zeit zu handeln. Für die Kinder, die wir verloren haben, für die Kinder, die wir retten können, für die Nation, die wir lieben", sagte Biden. "Hier geht es nicht darum, irgendjemandem die Waffen wegzunehmen", betonte der Präsident. "Ich respektiere die Kultur, die Tradition und die Bedenken von rechtmäßigen Waffenbesitzern."

Der zweite Verfassungszusatz zum Recht auf Waffenbesitz sei aber ebenso wie alle Rechte nicht absolut. "In den letzten zwei Jahrzehnten sind mehr Kinder im Schulalter durch Schusswaffen ums Leben gekommen als diensttuende Polizeibeamte und Soldaten im aktiven Dienst zusammen. Denken Sie darüber nach."

Gedenken an Opfer von Waffengewalt

Hinter Biden brannten 56 Kerzen, die nach Angaben des Weißen Hauses die Opfer von Waffengewalt in allen insgesamt 56 Bundesstaaten und Territorien der USA repräsentieren sollten. Besonders der Amoklauf an einer Grundschule in Texas in der vergangenen Woche hat die Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA einmal mehr angefacht.

Viele Republikaner sperren sich seit Jahren gegen strengere Regularien, wie etwa ein Verbot von Sturmgewehren. Die USA haben seit langem mit einem riesigen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen.

Allein seit Donnerstagabend sind in den USA mehrere Menschen mit Schusswaffen getötet oder verletzt worden. Vor einer Kirche am Rande der Stadt Ames im US-Staat Iowa kamen drei Menschen um. Unter den Toten sei der Schütze, teilte das Büro des Sheriffs im Bezirk Story County mit.

Bei einem Angriff mit Schusswaffen auf eine Trauergesellschaft auf einem Friedhof im US-Staat Wisconsin wurden zwei Menschen verletzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Juni 2022 um 04:30 Uhr sowie Inforadio um 06:24 Uhr.