Von der "Alan Kurdi" gerettete Flüchtlinge stehen in Rettungswesten auf einem Schiff | Bildquelle: AFP

Migranten in Malta gelandet "Alan Kurdi"-Crew über Einigung erleichtert

Stand: 08.07.2019 09:48 Uhr

Nachdem die von der "Alan Kurdi" geretteten 65 Flüchtlinge in Malta an Land gehen durften, setzt das Schiff seine Mission fort. Gelobt wird die Rolle der Bundesregierung in dem Fall.

Von Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom

Nach diesem Wochenende kann man leicht den Überblick verlieren. Nach der "Sea-Watch 3", die noch immer vor Sizilien an der Kette liegt, haben die italienischen Behörden nun auch ein italienisches Rettungsschiff beschlagnahmt, die Segeljacht "Alex" der Organisation Mediterranea, die mehr als 40 Schiffbrüchige nach Lampedusa gebracht hatte.

Ganz anders erging es der deutschen "Alan Kurdi", die sich am Sonntagabend über das schnelle Happy-End ihrer jüngsten Rettungsmission freuen durfte. "Zu unserer Überraschung und großer Freude hat es diesmal keine wochenlange Verhandlung über Einzelschicksale von Menschen gegeben", sagt Einsatzleiter Gorden Isler. "Malta hat zusammen mit der Europäischen Kommission und unter Federführung der Bundesregierung eine schnelle Lösung gefunden."

Rettungsschiff "Alan Kurdi" erreicht Malta
morgenmagazin, 08.07.2019, Katja Rieth, ARD Rom

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 65 Migranten in Malta an Land gebracht

Dadurch entging das Schiff der Regensburger Rettungsorganisation Sea-Eye einer Beschlagnahmung. Die 65 Migranten an Bord des ehemaligen Forschungsschiffes wurden auf hoher See von der maltesischen Marine übernommen, die die Passagiere schließlich an Land brachte. 

Die Menschen sollen von Malta aus direkt auf andere EU-Länder verteilt werden - zusammen mit weiteren Migranten, die die Inselrepublik in den vergangenen Tagen erreicht hatten. 

An der schnellen Lösung scheinen vor allem deutsche Regierungsstellen beteiligt gewesen zu sein, so die Beobachtung von Gorden Isler. "Ganz besonders beeindruckt sind wir von dem wiederholten Engagement des Auswärtigen Amtes - das war für uns jederzeit ansprechbar", sagte Isler. "Das ist nicht zum ersten Mal so gewesen - und dafür sind wir wirklich dankbar."

 Salvini weist Seehofers Appell zurück

Einem Appell von Bundesinnenminister Horst Seehofer, die italienischen Häfen wieder für Rettungsschiffe zu öffnen, hatte dessen Amtskollege Matteo Salvini zuvor eine provokative Absage erteilt. Italien sei keine Müllkippe für alle möglichen Probleme, die Europa nicht zu sehen vorgebe, so der Rechtsaußenpolitiker, dessen harte Linie inzwischen auch die eigene Regierung ins Wanken bringt.

Das könnte durchaus beabsichtigt sein. Laut Umfragen unterstützen mehr als die Hälfte der Italiener den Kurs Salvinis. Das macht für ihn Neuwahlen immer reizvoller.

Italiens Innenminister Matteo Salvini | Bildquelle: REUTERS
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Italiens Innenminister Matteo Salvini setzt weiter auf eine harte Linie in der Flüchtlingspolitik - und hat damit bei der Bevölkerung zunehmend Erfolg.

Oppositionelle Stimmen in Italien tun sich dagegen schwer, Gehör zu finden. Zum Beispiel die von Alessandra Sciurba von der italienischen Rettungsorganisation Mediterranea. "Wir müssen unverzüglich aufs Meer zurückkehren. Wir können nicht aufhören, weil wir überzeugt sind, dass es wichtig ist, dort zu sein, wo wir nicht sein müssten, wenn es legale Zugangswege und humanitäre Korridore geben würde", sagt Sciurba.

"Das ist der einzige Weg, die Schleuser zu besiegen, die zu den Profiteuren der italienischen Regierungpolitik gehören", so Sciurba. Weil die Regierung in Rom die libysche Küstenwache dafür bezahle, dass sie die Migranten immer wieder in die Arme der Schleuser zurücktreibe, die sie dann erneut ausbeuten könnten.

Rettungsschiff Alan Kurdi fährt im Mittelmeer | Bildquelle: SEA-EYE
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Die "Alan Kurdi" machte sich erneut auf den Weg in Richtung Süden, um ihre Seenotrettungsmission fortzusetzen.

"Alan Kurdi" setzt Mission fort

Das Sterben vor der libyschen Küste geht unterdessen weiter. Der Bürgerkrieg dort mache die Flucht über das Meer für viele Menschen alternativlos, meint Gorden Isler, der Einsatzleiter der "Alan Kurdi".

"Wir haben uns entschieden, wieder in die libysche SAR-Zone zu fahren. Es gibt dort im Moment kein Rettungsschiff. Das Wetter ist gut", sagt Isler. "Wir haben noch eine Missionswoche Zeit. Und die ganze Crew hat sich entschieden, dass sie diese in der libyschen SAR-Zone verbringen will. Deshalb sind wir jetzt wieder auf dem Weg und bringen die Alan Kurdi an den Ort, wo sie so dringend gebraucht wird."

Noch in der Nacht schlug das Schiff einen Kurs in südlicher Richtung ein - auf den Tag genau sechs Jahre nach dem Besuch von Papst Franziskus auf Lampedusa, mit dem das Kirchenoberhaupt auf das Sterben im Mittelmeer aufmerksam machen wollte. Seitdem sind die Probleme nicht kleiner geworden.

Aktueller Stand "Alan Kurdi" - Situation Seenotrettung im Mittelmeer
Tassilo Forchheimer, ARD Rom
08.07.2019 09:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 08. Juli 2019 um 09:13 Uhr.

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