Ein Mitarbeiter des Bertha Gxowa Krankenhauses im südafrikanischen Germiston wartet in einem Flur. | AFP

Gesundheitsorganisationen warnen Dritte Corona-Welle erfasst Afrika

Stand: 10.06.2021 18:57 Uhr

In Afrika steigt die Zahl der Neuinfektionen, in Südafrika hat sie sich binnen 24 Stunden verdoppelt. Die Afrikanische Union appelliert an die Staaten, ihre Behandlungszentren auf die dritte Welle vorzubereiten.

Afrika wird aktuell von einer neuen Corona-Infektionswelle erfasst. "Der Kontinent geht gerade durch eine dritte Welle, daran besteht kein Zweifel", sagte John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU), der Africa CDC.

Es sei höchste Zeit für die einzelnen Staaten, ihre Behandlungszentren darauf vorzubereiten. "Wir brauchen auch verstärktes Monitoring, um die Hotspots zu identifizieren, bevor sie problematisch werden", warnte der Leiter der Behörde.

Zahlen in Südafrika in 24 Stunden verdoppelt

Das Coronavirus verbreitete sich bisher relativ langsam auf dem Kontinent. Insgesamt wurden laut CDC rund 4,9 Millionen Infektionen in Afrika dokumentiert. Nach den Angaben gab es rund 133.000 Todesfälle. Auch wenn nach Expertenansicht die Dunkelziffer auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen höher liegen dürfte, ist die Gesamtzahl im Vergleich zu anderen Weltregionen somit bisher eher gering.

Bei der Zahl der nachgewiesenen neuen Corona-Fälle verzeichnet der Kontinent laut CDC nun aber mit Ausnahme von Westafrika steigende Werte. So hatten sich die Infektionszahlen in Südafrika zuletzt innerhalb von 24 Stunden mehr als verdoppelt - fast 9000 Menschen wurden positiv getestet. Schon seit zwei Wochen waren die Zahlen stets langsam angestiegen. Aus allen Teilen des Landes heißt es nun, dass die Krankenhäuser sich füllen und die Situation angespannter wird.

WHO: Viele Staaten werden Impfziel wohl verfehlen

Bei den Impfungen hinkt Südafrika anderen Ländern des Kontinents hinterher, gerade mal 2,5 Prozent der Bevölkerung haben ihre komplette Dosis oder wenigstens die erste Spritze erhalten. Aber auch in den meisten anderen afrikanischen Ländern könnte das Impfziel verfehlt werden, befürchtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Etwa 90 Prozent der afrikanischen Staaten werden es nach ihrer Einschätzung nicht schaffen, wie geplant bis September mindestens zehn Prozent ihrer Einwohner gegen das Coronavirus zu impfen.

Nur sieben der insgesamt 54 Länder würden das Ziel voraussichtlich erreichen, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti. Es fehlten zusätzlich 225 Millionen Impfdosen. Moeti appellierte an Staaten, denen dies möglich sei, dringend Impfdosen bereitzustellen.

Mit Informationen von Jana Genth,  ARD-Studio Johannesburg

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Februar 2021 um 16:30 Uhr.