Angehörige trauern bei einer Gedenkfeier um die beim Flugzeugabsturz in Äthiopien Verstorbenen. | Bildquelle: REUTERS

Flugzeugabsturz Äthiopien Trauerfeier mit leeren Särgen

Stand: 22.03.2019 08:56 Uhr

In Addis Abeba haben Tausende Menschen mit einem Trauergottesdienst der 157 Todesopfer des Flugzeugabsturzes gedacht. Dabei wurden leere Särge beigesetzt - weil die Identifizierung der sterblichen Überreste schwierig ist.

Eine Woche nach dem Absturz einer Ethiopian-Airlines-Maschine ist in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba der Toten gedacht worden. Bei der Trauerfeier wurden in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit stellvertretend für die 157 Opfer 17 leere Särge beigesetzt. Jeder Sarg, eingehüllt in die Flagge des ostafrikanischen Landes, stand symbolisch für eines der äthiopischen Opfer. Bei dem Absturz waren Menschen aus mehr als 30 Ländern ums Leben gekommen, darunter auch fünf Deutsche. 

Die Identifizierung der Leichen ist noch lange nicht abgeschlossen. Wie die Verkehrsministerin Dagmawit Moges gestern erklärte, werde das bis zu sechs Monate dauern. Die Behörden hätten bereits DNA-Proben von den Angehörigen der Opfer eingesammelt, sagte sie weiter. Unter anderem wegen der Wucht des Aufpralls ist eine Identifikation der sterblichen Überreste extrem schwierig.

Erde statt sterbliche Überreste

Deswegen erhalten Hinterbliebene zunächst nur Erde vom Unglücksort. Die Behörden hätten ihnen je einen Sack verbrannter Erde überreicht, teilten zwei Familien der Nachrichtenagentur AP mit. Ein Regierungsbeamter bestätigte das.

Ein Familienmitglied sagte, es sei derzeit unmöglich, die Leichen zu identifizieren und die sterblichen Überreste freizugeben. Aber man werde nicht ruhen, "bis wir tatsächlich die Leichen oder Leichenteile unserer Lieben erhalten." Besonders muslimische Familien wollen aber so schnell wie möglich Begräbnisfeiern abhalten.

Black Boxes werden in Frankreich ausgewertet

Die Boeing 737 Max 8 war am vergangenen Sonntag kurz nach dem Start in der Nähe von Addis Abeba abgestürzt. Der Datenschreiber und der Stimmenrekorder der Unglücksmaschine wurden seit Freitag von der französischen Luftsicherheitsbehörde BEA ausgewertet. Die Daten seien erfolgreich heruntergeladen worden und an das äthiopische Ermittlerteam weitergegeben worden, teilte die BEA mit. Die technische Arbeit sei nun beendet.

Weil das Unglück Ähnlichkeiten mit dem Absturz einer baugleichen Maschine in Indonesien fünf Monate zuvor hatte, hat Boeing inzwischen als Vorsichtsmaßnahme empfohlen, das Flugzeug weltweit nicht mehr starten zu lassen. Luftfahrtbehörden rundum die Welt erteilten Flugverbote für die 737-Max-Reihe.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. März 2019 um 18:00 Uhr.

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