Türkische Lira  | REUTERS

Krise der Landeswährung Lira Über 21 Prozent Inflation in der Türkei

Stand: 03.12.2021 13:38 Uhr

Die schlechten Nachrichten für die türkische Wirtschaft reißen nicht ab. Laut Statistikbehörde ist die Inflation nochmals gestiegen. Und erneut muss die Notenbank des Landes intervenieren.

Von Karin Senz, ARD-Studio Istanbul

21,3 Prozent, das ist der offizielle Wert der türkischen Inflation im November im Vergleich zum Vorjahr. So hoch lag die Inflation seit drei Jahren nicht mehr. Lebensmittel sind in dem Zeitraum sogar um 27 Prozent teurer geworden. Die Opposition und kritische Experten gehen allerdings von einer bis zu doppelt so hohen Inflation aus.

Karin Senz ARD-Studio Istanbul

Kreditwürdigkeit herabgestuft

Die Ratingagentur Fitch senkte den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Türkei von stabil auf negativ. Sie verwies auf geldpolitische Lockerungen, die aus Sicht von Fitch zu früh kamen. Das sorge für weniger Vertrauen, wie der Lira-Kurs zeige. Die türkische Währung hat seit Jahresanfang weit über 40 Prozent an Wert verloren.

Die Zentralbank in Ankara hat der Lira heute zum zweiten Mal in dieser Woche unter die Arme gegriffen. Auf ihrer Homepage heißt es, man habe Dollar verkauft - wegen ungesunder Preisbildung bei den Wechselkursen.

Erdogan bleibt bei seinem Kurs

Präsident Recep Tayyip Erdogan steht in der Kritik, die Hauptverantwortung für den schlechten Währungskurs und auch die hohe Inflation zu tragen. Er besteht auf einem niedrigen Leitzins, was seiner Meinung nach die Wirtschaft ankurbelt und der Geldentwertung entgegenwirkt. Damit steht er allerdings im Widerspruch zur gängigen Meinung der allermeisten Wirtschaftsexperten.