Ignazio Cassis | dpa

Druck auf den Kreml wächst Schweiz schließt sich Sanktionen an

Stand: 28.02.2022 16:17 Uhr

Russland steht wirtschaftlich zunehmend isoliert da: Jetzt schloss sich auch die Schweiz den internationalen Sanktionen an. Zuvor war das traditionell neutrale Land zunehmend unter Zugzwang geraten.

Die Schweiz schließt sich den Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland nach dem Einmarsch des Landes in die Ukraine an. Die Vermögen von gelisteten Personen und Unternehmen seien ab sofort gesperrt, erklärte die Regierung des neutralen Landes.

Auch die Finanzsanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, Ministerpräsident Michail Mischustin und Außenminister Sergej Lawrow würden mit sofortiger Wirkung vollzogen. Damit reagiere die Schweiz auf die schwerwiegenden Verstöße gegen das Völkerrecht, für die diese Personen verantwortlich seien. Außerdem werde im Einklang mit den Maßnahmen in anderen europäischen Ländern der Schweizer Luftraum ab 15.00 Uhr für alle Flüge aus Russland und für alle Flugbewegungen von Luftfahrzeugen mit russischen Kennzeichen gesperrt.

Wegen Verweis auf Neutralität in der Kritik

Mit Verweis auf die traditionelle Neutralität des Landes hatte die Schweizer Regierung bisher gezögert, scharfe Sanktionen gegen Russland zu ergreifen. Dieses Zögern war im In- und Ausland scharf kritisiert worden.

Vor dem Hintergrund anhaltender russischer Angriffe in der Ukraine versucht die westliche Staatengemeinschaft, Russland weiter zu isolieren. So setzte die EU in der Nacht schwerwiegende Sanktionen gegen die russische Zentralbank in Kraft, die USA folgten am Nachmittag. Großbritannien kündigte einen ähnlichen Schritt an. Japan und Südkorea schlossen sich dem Ausschluss Russland aus dem internationalen Finanzabwicklungssystem SWIFT an.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Februar 2022 um 16:22 Uhr.