Aramco-Tanks und Ölleitungen in der Ölraffinerie und dem Ölterminal Ras Tanura von "Saudi Aramco" in Saudi-Arabien | REUTERS

Staaten drosseln Produktion OPEC+ will weniger Öl fördern

Stand: 05.09.2022 15:49 Uhr

Noch im vergangenen Monat hatten das Ölkartell OPEC und Russland eine leichte Erhöhung der Förderung beschlossen. Nun nehmen sie dies wieder zurück. An den internationalen Märkten steigt der Ölpreis.

Die OPEC und ihre Partnerländer haben eine leichte Drosselung der weltweiten Ölförderung beschlossen. Die gemeinsame Tagesproduktion für den Oktober werde um 100.000 Barrel (je 159 Liter) reduziert, hieß es heute nach einer Online-Sitzung der Ölminister aus rund 20 Ländern.

Drei Dollar mehr pro Fass

Die großen Ölnationen des Verbundes OPEC+ stemmen sich damit gegen die jüngsten Preisabschläge am Rohölmarkt. Wegen der trüben Konjunkturaussichten und einer absehbar schwächeren Nachfrage nach Erdöl, Benzin und Diesel hatten die Preise in den vergangenen Wochen nachgegeben.

Die Ankündigung der OPEC+ sorgte an den internationalen Märkten nun dazu, dass sich das Rohöl verteuerte. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Nachmittag 96,64 US-Dollar - also 3,62 Dollar mehr als am Freitag. Es ist die erste angekündigte Drosselung seit einem Jahr.

Kommt bald der nächste Schritt?

Anfang August hatte sich das Kartell darauf geeinigt, die Tagesmenge im September um 100.000 Barrel minimal zu steigern auf knapp 44 Millionen Barrel. Experten hatten diesen Schritt allerdings eher als symbolisches Zugeständnis an die großen Industriestaaten gewertet. In den Monaten davor hatte die OPEC+ die Produktion in größeren Schritten erhöht.

Die nun beschlossene Drosselung macht den Schritt von Anfang wieder rückgängig. Die OPEC+ wird von Saudi-Arabien und Russland dominiert. Das Kartell behält sich eine weitere Anpassung der Produktion auch vor dem nächsten regulären Treffen am 5. Oktober vor.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. September 2022 um 15:00 Uhr.