Ein Stück mit Lithium durchsetztes Stück Erz | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Rohstoff für Elektroautos Mexiko verstaatlicht Lithium-Produktion

Stand: 20.04.2022 09:13 Uhr

Künftig sollen die Förderung und Geschäfte mit Lithium in Mexiko in der Hand der Regierung liegen. Das Land verfügt über große Reserven des Rohstoffs, der besonders für die Produktion von Elektroautos benötigt wird.

Der für Elektroautos wichtige Rohstoff Lithium darf in Mexiko künftig nur noch von staatlichen Stellen gefördert und verkauft werden. Der Senat des lateinamerikanischen Landes hat mit großer Mehrheit eine entsprechende Reform des Bergbaugesetzes gebilligt.

Zentrale Behörde geplant

Die Initiative des linksgerichteten Staatschefs Andrés Manuel López Obrador sieht die Gründung einer Behörde vor, die Erforschung, Förderung und Vermarktung des sogenannten weißen Goldes übernimmt. "Sie werden uns nicht in die Ecke drängen können. Das Lithium, das die Konzerne begehren, werden wir nicht wie Regierungen in anderen Ländern hergeben. Es wird Mexiko gehören", hatte das Staatsoberhaupt dem Lateinamerika-Nachrichtenportal amerika21 zufolge noch vor ein paar Tagen in seiner allmorgendlichen Pressekonferenz erklärt.

Größtes Lithium-Einzelvorkommen der Welt

Dabei wird in Mexiko zurzeit noch gar kein Lithium gefördert. Doch die mexikanischen Lithiumvorkommen sind riesig. So gilt etwa das "La Ventana" genannte Lithiumfeld in Sonora mit Blick auf seine Reserven als das größte Einzelvorkommen weltweit.

Die Sonora Lithium Ltd (SLL), eine operative Holdinggesellschaft, besitzt 100 Prozent der "La Ventana"-Konzessionen. SLL gehört zu jeweils 50 Prozent dem kanadischen Unternehmen Bacanora und der chinesischen Ganfeng Lithium Co. Die mexikanische Regierung will nun alle Verträge überprüfen und gegebenenfalls kündigen.

Rohstoff für Elektroauto-Batterien

Die Verstaatlichung der Lithium-Produktion ist ein Trend in der Region. So gewährt Bolivien privaten Unternehmen den Abbau seiner Lithiumvorkommen nur in Kooperation mit dem Staat. Auch Chile strebt unter der Regierung Gabriel Borics die Gründung eines staatlichen Lithiumunternehmens an.

Lithium wird vor allem beim Bau von Elektrofahrzeugen benötigt. Die Ionen aus den Salzen des Alkalimetalls sind unerlässlich für den Transport der elektrischen Ladung in den meisten modernen Hochleistungs-Akkus. In den kommenden 35 Jahren könnte sich laut einer Marktstudie die Nachfrage nach Lithium verfünffachen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 20. April 2022 um 03:00 Uhr.