Passanten und Busse auf der London Bridge | picture alliance / Alan Copson/r

Industrieverband senkt Prognose Großbritannien droht lange Rezession

Stand: 05.12.2022 09:57 Uhr

Die britische Wirtschaft leidet unter den hohen Energiepreisen. Vor allem die Industrieproduktion ist betroffen. Doch auch viele Pubs und Brauereien bangen um ihre Existenz.

Der Verband der britischen Industrie (CBI) hat seine Prognose für das britische Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr deutlich gesenkt. Statt von einem leichten Zuwachs geht der Verband nun von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 Prozent aus. Die Rezession, in die das Land gerutscht sei, werde bis Ende des Jahres 2023 andauern, erklärten die Experten der Confederation of British Industry.

Hauptgrund für die schwachen wirtschaftlichen Entwicklungen ist die hohe Inflation. Im Oktober hatte sie mit 11,1 Prozent vorerst ihren Höhepunkt erreicht. Die britische Notenbank geht allerdings davon aus, dass die Inflation noch lange über der Zielmarke von 2 Prozent liegen wird. "Das bedeutet, der Druck auf die Haushalte aus diesem Jahr wird bis 2023 anhalten und zu einem einjährigen Rückgang des Konsums führen", hieß es in der CBI-Mitteilung. Doch selbst wenn die Wirtschaft wieder wachse, blieben die Aussichten trübe, weil Produktivität und Investitionen schwach seien, hieß es weiter.

Pubs erwarten Einbruch um 20 Prozent

Besonders dramatisch könnten die Folgen der Wirtschaftskrise für Gastronomie und Brauereien in Großbritannien sein: Nach Berechnungen der British Beer and Pub Association (BBPA) müssen Pubs und Brauereien im kommenden Jahr mit einem durchschnittlichen Minus von 20 Prozent rechnen, sollte die Regierung wie bisher geplant ihre Unterstützung bei den Energierechnungen Ende März 2023 auslaufen lassen.

Zudem belastet die hohe Inflation die Pubs, da einerseits die Betriebskosten steigen und andererseits die Kunden ausbleiben. "Wir kämpfen mit unseren Rechnungen, aber so geht es unseren Kunden auch, also werden wir von zwei Seiten eingeschnürt", wurde Gemma Gardener, die Betreiberin eines Pubs in der nordostenglischen Stadt Morecambe, in einer Mitteilung des Verbands zitiert. Verbandschefin Emma McClarkin forderte von der Regierung in London eine langfristige Garantie dafür, dass Energiekosten und Pachtverträge "fair und vernünftig" seien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17.November 2022 um 19:08 Uhr.