Eine Tiefpumpe steht in der Nähe der Stadt Usinsk (Russland). | dpa

Nach Putins Teilmobilmachung Öl- und Gaspreise ziehen wieder an

Stand: 21.09.2022 15:24 Uhr

Die Teilmobilmachung Russlands sorgt für ein Ende der Entspannung am Energiemarkt. Die Preise für Öl und Gas sind wieder deutlich gestiegen.

Die Eskalation im Ukraine-Krieg durch die Mobilmachung von rund 300.000 russischen Reservisten beendet die Entspannung am Energiemarkt. Der europäische Future für Gas stieg heute in der Spitze um knapp acht Prozent auf 211 Euro je Megawattstunde.

Auch die Ölpreise zogen nach der Ankündigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin an. Am Morgen reagierten sie mit einem sprunghaften Anstieg. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 92,76 Dollar und damit 2,14 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 2,12 Prozent auf 86,06 Dollar.

Knapp sieben Monate nach Beginn des Krieges hatte Russland heute Morgen eine Teilmobilmachung der eigenen Streitkräfte angeordnet. Damit spitzt sich der Konflikt weiter zu und Fragen der Energieexporte aus Russland gewinnen erneut an Brisanz. Der Markt befürchtet durch die Maßnahme eine weitere Eskalation.

Preise waren zu Wochenbeginn gefallen

Zuletzt hatte sich die Lage am Energiemarkt etwas entspannt. Der europäische Gaspreis war zu Wochenbeginn um gut sieben Prozent auf 174 Euro je Megawattstunde gefallen. Börsianer verwiesen auf anhaltende Spekulationen auf eine sinkende Nachfrage durch die drohende Rezession. Außerdem hatten deutsche Abnehmer erstmals seit der Abschaltung von Nord Stream 1 wieder Lieferungen über diese Pipeline gebucht. Ob das Gas auch tatsächlich geliefert wird, ist allerdings offen.

Parallel dazu hatte sich auch der Ölpreis verbilligt. So sank der Preis für Rohöl der Sorte Brent gestern um 1,8 Prozent und für die US-Rohölsorte WTI um rund zwei Prozent auf 84,45 Dollar je Barrel (159 Liter). Als Grund wurden ebenfalls Spekulationen genannt, nach denen die Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed die weltgrößte Volkswirtschaft in eine Rezession stürzen und damit die Nachfrage dämpfen könnten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. September 2022 um 10:00 Uhr.