Arbeiter stellen sich in der Foxconn-Fabrik in Wuhan an, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. | dpa

Corona-Folgen und Wirtschaftsflaute Chinesischer Außenhandel bricht ein

Stand: 07.12.2022 08:25 Uhr

Chinas Exporte und Importe sind im November überraschend heftig abgesackt. Der Außenhandel entwickelte sich schlechter als auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie. Das trifft auch die deutsche Wirtschaft.

Angesichts einer schlechten globalen Nachfrage und anhaltender Corona-Lockdowns in China sind die chinesischen Ausfuhren in Dollar berechnet im November um 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen. Das teilte heute der Zoll in Peking mit. Es war bereits der zweite monatliche Rückgang in Folge.

Im Oktober waren die chinesischen Exporte erstmals seit mehr als zwei Jahren um 0,3 Prozent gesunken. Die Einfuhren sackten im November um 10,6 Prozent ab und damit ebenfalls viel kräftiger als von Fachleuten vorhergesagt. In der Summe entwickelte sich der Außenhandel mit einem Minus von 9,5 Prozent noch schlechter als beim Einbruch zu Beginn der Corona-Pandemie im Mai 2020, als das Minus 9,3 Prozent betrug.

Hohe Inflation und Lockdowns belasten die Wirtschaft

Ein wichtiger Grund für den Rückgang der Ausfuhren ist die schwache globale Nachfrage durch hohe Inflation und Energiepreise in Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine.

Aber auch die Störung der Lieferketten in China durch die Beschränkungen infolge der strikten chinesischen Null-Covid-Politik erschweren weiter die Produktion. Die weit verbreiteten Lockdowns sowie die anhaltende Immobilienkrise belasten die zweitgrößte Wirtschaft. Auch wird dadurch die heimische Nachfrage gedämpft, was den Importrückgang erklärt.

Der Abschwung im chinesischen Außenhandel trifft auch die deutschen Exporteure hart. Die deutschen Ausfuhren nach China fielen um 17,5 Prozent. Chinas Exporte nach Deutschland gingen ebenfalls um 14,4 Prozent zurück. Der Rückgang der chinesischen Ausfuhren in die USA war mit einem Minus von 25,4 Prozent sogar noch größer, während China um 7,3 Prozent weniger aus den USA importierte.

Wachstumsziel der Regierung wird verfehlt

Für die schwächelnde chinesische Konjunktur ist der Rückgang des Außenhandels nach Einschätzung von Experten nur schwer zu verkraften, war doch das Exportwachstum seit Beginn der Pandemie vor knapp drei Jahren eine wichtige Stütze für die chinesische Wirtschaft. Experten erwarten daher schon länger, dass die Regierung ihre Wachstumsvorgabe von 5,5 Prozent für dieses Jahr deutlich verfehlen wird.

Mit den Lockdowns - die nach Schätzungen der japanischen Finanzgruppe Nomura Städte und Regionen betrafen, die in normalen Zeiten bis zu einem Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt beisteuern - dürfte die Wirtschaft im November kaum gewachsen sein. Nach 8,1 Prozent Zuwachs im Vorjahr erwartet die Weltbank in China in diesem Jahr nur noch ein Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,8 Prozent.

China kündigt Lockerungen an

Es dürfte nicht zuletzt dieser starke konjunkturelle Druck gewesen sein, der Peking zu einem sachten Abrücken von seiner strikten Null-Covid-Politik veranlasst hat. Heute kündigte China landesweite Lockerungen der Corona-Maßnahmen an. Bei Infektionen ohne Symptome und milden Krankheitsverläufen könnten sich die Menschen zu Hause isolieren und selbst behandeln, teilt die Nationale Gesundheitskommission mit.

Sollte sich ihr Zustand verschlechtern, können sie sich selbst in ausgewiesene Kliniken begeben. Bei Reisen sei kein negativer Test mehr nötig. In Nicht-Hochrisiko-Gebieten dürfe es keine Bewegungseinschränkungen geben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Dezember 2022 im "Update Wirtschaft" um 09:00 Uhr.