Diese Luftaufnahme zeigt das Containerterminal im Hafen von Lianyungang in der ostchinesischen Provinz Jiangsu. | dpa

Rückgang im Dezember Corona-Welle bremst Chinas Außenhandel

Stand: 13.01.2023 08:11 Uhr

Chinas Exporte und Importe sind im Dezember deutlich geschrumpft. Der Grund dürfte die massive Corona-Infektionswelle sein, nachdem die Staats- und Parteiführung die strikte Null-Covid-Politik aufgehoben hatte.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Aufgrund weltweit sinkender Nachfrage sind die chinesischen Ausfuhren im Dezember um 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen. Auch die Importe gingen zurück, um 7,5 Prozent im Vergleich zum Dezember 2021. Das geht aus den von Chinas Zoll veröffentlichten Außenhandelszahlen für Dezember und das ganze vergangene Jahr hervor.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Auswirkungen der Corona-Infektionswelle

Ein Grund für den Rückgang dürfte vor allem an der massiven Infektionswelle liegen, die China erfasst hat. Die Staats- und Parteiführung hatte Anfang Dezember nach fast drei Jahren strikter Null-Covid-Politik überraschend und weitgehend unvorbereitet fast alle Maßnahmen abgeschafft.

Geschätzt Hunderte Millionen Menschen infizierten sich innerhalb kürzester Zeit. Die genauen Auswirkungen sind nicht klar, es gibt keine verlässlichen Zahlen. Die kommunistische Führung versucht, die Ausmaße des Ausbruchs zu vertuschen.

40-Billionen-Yuan-Marke überschritten

Trotz des Einbruchs beim Außenhandel zum Jahresende konnte China im Gesamtjahr 2022 bei den Im- und Exporten weiter zulegen, wenn auch weniger stark als zuletzt. Die Einfuhren legten um 1,1 Prozent zu, die Ausfuhren stiegen um 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was vor allem am starken Handel mit südostasiatischen Ländern lag.

Der Wert der Ein- und Ausfuhren habe 2022 zum ersten Mal die 40-Billionen-Yuan-Marke überschritten, so Zoll-Sprecher Lü Daliang - das sind in etwa 5,5 Billionen Euro. China habe seinen Status als größte Handelsnation damit sechs Jahre in Folge aufrechterhalten können.

Chinas Handel mit Russland legt zu

Besonders auffällig: Chinas Handel mit Russland legte im Jahr 2022 um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr zu. Demnach wurde - mit 3,0 Prozent des Gesamthandels 2022 - ein neuer Höchststand erreicht.

Während viele Demokratien Russland wegen des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs in der Ukraine mit Sanktionen belegt haben, unterhält die chinesische Staats- und Parteiführung eine strategische Partnerschaft mit der Regierung in Moskau und verurteilt den Krieg nicht. China bekommt unter anderem günstige Energielieferungen aus Russland.