Wolkenkratzer in Shenzen

Corona-Pandemie Lockdown in China bereitet Wirtschaft Sorgen

Stand: 30.08.2022 11:17 Uhr

China meldet wieder mehr Corona-Infektionen und lässt zahlreiche wichtige Unternehmen vorübergehend schließen. Damit wachsen die Sorgen vor erneuten wirtschaftlichen Schäden - die könnten auch in Deutschland zu spüren sein.

Mehrere chinesische Großstädte haben ihre Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verschärft. Im südchinesischen Technologiezentrum Shenzhen etwa mussten weitere Geschäfte und Unternehmen schließen. Bereits seit Wochenbeginn ist der weltgrößte Elektronikmarkt Huaqiangbei dicht. In der Hafenstadt Dalian im Nordosten, die für die Einfuhr von Sojabohnen und Eisenerz wichtig ist, wurden die wichtigsten Bezirke mit etwa drei Millionen Einwohnern abgeriegelt.

In der Hafenstadt Tianjin müssen sich 13 Millionen Menschen PCR-Tests unterziehen. In der Provinz Hebei nahe der Hauptstadt Peking müssen im Vorfeld eines wichtigen Kongresses der Kommunistischen Partei fast vier Millionen Menschen bis zum Ende der Woche zu Hause bleiben.

Für den 29. August wurden 1717 im Inland übertragene Covid-Infektionen gemeldet. Mehr als 20 Provinzen, Regionen und Gemeinden meldeten neue Fälle - die meisten in der Region Tibet, der Provinz Sichuan und der Provinz Qinghai. Auch in Hongkong nahmen die Fälle zu. Regierungsberater gehen davon aus, dass die Zahl der Infektionen in dieser Woche auf 10.000 pro Tag steige könnte. China verfolgt als einzige größere Wirtschaftsmacht der Welt eine strikte Null-Covid-Strategie, bei der einzelne Ausbrüche sofort durch Abriegelungen und Massentests bekämpft werden.

Yuan verliert weiter an Wert

Mit der Verschärfung der Maßnahmen wächst auch die Sorge vor erneuten wirtschaftlichen Schäden. "Die Finanzmärkte könnten in den nächsten Wochen erneut unter Druck geraten", warnten Analysten des Finanzhauses Nomura. "Die Abschwungphase könnte schlimmer sein, als die Märkte zuvor erwartet hatten." Die Landeswährung Yuan verlor weiter an Wert im Vergleich zum US-Dollar, nachdem sie schon am Montag auf ein Zwei-Jahres-Tief gefallen war.

Lockdowns in China können auch zu Verwerfungen in der Weltwirtschaft führen. Die Wirtschaftsmetropole Shanghai etwa wurde im Frühjahr in einen wochenlangen harten Corona-Lockdown geschickt, der die weltweiten Materialengpässe verschärfte. Die deutsche Wirtschaft ist davon besonders betroffen, da China ihr mit Abstand wichtigster Handelspartner ist. Die Regierung in Peking hat bereits verstärkte Investitionen in die Infrastruktur angekündigt, um die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln.