Der Schriftzug "Wasserstoff" steht auf einer Leitung in einer Anlage zur industriellen Produktion von Methangas in Werlte, Niedersachsen. | dpa

Wasserstofftransport in Europa Pipeline soll Spanien mit Deutschland verbinden

Stand: 23.01.2023 10:08 Uhr

Deutschland hat seit langem Interesse an Wasserstoff aus Spanien und Portugal. Nun wurde beschlossen, dass die geplante Pipeline H2Med zwischen Barcelona und Marseille nach Deutschland verlängert werden soll.

Deutschland und Frankreich haben vereinbart, die zwischen Spanien und dem südfranzösischen Marseille geplante Wasserstoff-Pipeline "H2Med" nach Deutschland zu verlängern. Ziel sei es, den Transport von Wasserstoff durch ganz Europa zu erleichtern, heißt es in der am Sonntag in Paris verabschiedeten deutsch-französischen Erklärung zum 60. Jahrestag des Elysée-Vertrags. Auch das Stromnetz innerhalb der EU soll ausgeweitet und verstärkt werden.

"Erneuerbarer und kohlenstoffarmer Wasserstoff"

Beide Länder wollen außerdem eine "hochrangige Arbeitsgruppe" zum Thema Wasserstoff auf Ministeriumsebene einsetzen, um bis Ende April "strategische Entscheidungen" zu entwickeln. "Wir werden außerdem sicherstellen, dass sowohl erneuerbarer als auch kohlenstoffarmer Wasserstoff bei den europäischen Dekarbonisierungszielen berücksichtigt werden kann", heißt es in der Erklärung.

Dahinter verbirgt sich das Dilemma, dass die Produktion von Wasserstoff einen großen Energieaufwand erfordert. Deutschland möchte in erster Linie "grünen Wasserstoff" nutzen, der mit erneuerbaren Energien produziert wird. Frankreich setzt hingegen auf sogenannten "roten" Wasserstoff, der mit Atomenergie hergestellt wird und betont, dass dieser emissionsarm sei. 

Neue Wasserstoff-Produktionsanlage

Am Rande des gemeinsamen Ministerrats wurde ein deutsch-französisches Joint Venture von Siemens Energy und Air Liquide vorgestellt, das am Bau einer der weltgrößten Produktionsstätten für Wasserstoff in der Normandie beteiligt ist. Dafür sollen in Berlin Elektrolysemodule gebaut werden, die dann in Frankreich zusammengebaut werden sollen. Ziel ist eine große Wasserstoff-Produktionsanlage in Port-Jérôme, nahe dem Ärmelkanal, mit einer Kapazität von 200 Megawatt.

Das Pipeline-Thema hatte vergangenes Jahr für Streit gesorgt. Spanien und Deutschland hatten darauf gedrängt, dass eine seit längerem konzipierte Gaspipeline von Spanien nach Frankreich gebaut wird, um Gas weiter nach Deutschland zu bringen. Frankreich lehnte dies ab und vereinbarte mit Spanien stattdessen den Bau der Wasserstoff-Pipeline.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Januar 2023 um 01:00 Uhr und 02:00 Uhr in den Nachrichten.