Passagiere stehen vor einer Anzeigetafel im Flughafen Frankfurt | Bildquelle: dpa

Verspätete Anschlussflüge EuGH stärkt Rechte der Fluggäste

Stand: 11.07.2019 12:38 Uhr

Wenn sich ein Flug innerhalb der EU verspätet, haben Passagiere Anspruch auf Entschädigung. Dem EuGH zufolge gilt das auch bei Anschlussflügen außerhalb der EU, die von einer anderen Airline durchgeführt werden.

Von Klaus Hempel, ARD-Rechtsredaktion

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Fluggastrechte erneut gestärkt: Passagiere können auch bei Flügen mit Zwischenstopps außerhalb Europas bei starker Verspätung Entschädigung fordern, sofern sie mit einer Fluggesellschaft in der Europäischen Union gestartet sind. Dies entschieden die höchsten EU-Richter in Luxemburg.

Die Kläger hatten bei einer tschechischen Airline einen Flug von Prag nach Bangkok gebucht. In Abu Dhabi mussten sie umsteigen. Die zweite Teilstrecke übernahm die Fluggesellschaft Etihad. Dieser Flug verspätete sich um mehr als acht Stunden.

EuGH-Urteil: Passagiere haben bei verspätetem Anschlussflug Anspruch auf Entschädigung
tagesschau 12:00 Uhr, 11.07.2019, Christoph Kehlbach, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Gesamte Flugreise bei einer Airline gebucht

Nach der EU-Fluggastrechteverordnung steht Fluggästen bei Verspätungen von mindestens drei Stunden eine Entschädigung zu. Diese machten die Kläger bei der tschechischen Airline geltend. Doch die weigerte sich zu zahlen. Als Begründung gab die Airline an, dass der Anschlussflug von einer anderen Airline durchgeführt worden sei. Deshalb hafte sie für die Verspätung nicht.

Entscheidend aus Sicht der Richter des EuGH ist jedoch, dass die Kläger die gesamte Flugreise bei der tschechischen Airline gebucht hatten. Deshalb müsse sich diese die deutliche Verspätung beim Anschlussflug zurechnen lassen und den Flugreisenden eine Entschädigung zahlen. 

(Aktenzeichen: C-502/18)

Eine Anzeigetafel am Frankfurter Flughafen | Bildquelle: dpa
galerie

Der Abflug in der EU und der Anschlussflug in einem Drittland seien wie ein und derselbe Flug anzusehen, so der EuGH.

Anspruch auch bei Flügen außerhalb der EU

Bereits im vergangenen Jahr hatte der EuGH in einem ähnlich gelagerten Fall einer Deutschen eine Entschädigung zugebilligt. Sie hatte bei Royal Air Maroc einen Flug von Berlin nach Agadir in Marokko gebucht. In Casablanca musste sie umsteigen und einen Anschlussflug nehmen. Doch der gebuchte Anschlussflug wurde ihr verweigert. Ihr Sitzplatz sei anderweitig vergeben worden, hieß es. Der nächste Anschlussflug erfolgte mit vier Stunden Verspätung.

Royal Air Maroc verweigerte eine Entschädigung. Der verspätete Anschlussflug habe außerhalb der EU stattgefunden, hieß es zur Begründung. Die europäische Fluggastrechteverordnung gelte aber nicht in Marokko.

Der EuGH ließ das nicht gelten: Der Abflug in Berlin und der Anschlussflug in Marokko seien wie ein und derselbe Flug anzusehen. Deshalb gelte die EU-Fluggastrechteverordnung, die Klägerin habe einen Anspruch auf Entschädigung.

(Aktenzeichen: C-537/17)

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juli 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: