Windrad im Sonnenuntergang

Erzeugung in Deutschland Wind ist wichtigste Stromquelle

Stand: 05.03.2021 10:57 Uhr

Nicht die Kohlekraftwerke haben im vergangenen Jahr den meisten Strom in Deutschland produziert - sondern Windkraft-Anlagen. Erneuerbare Energien erreichen inzwischen einen Rekordanteil.

Windenergie ist im Jahr 2020 zu Deutschlands wichtigster Stromquelle geworden. Erstmals wurde im vergangenen Jahr mehr Strom aus Wind erzeugt und ins heimische Netz eingespeist als aus Kohlekraftwerken, wie das Statistische Bundesamt bekanntgab.

Der Anteil der Windkraft am Energiemix lag bei 25,6 Prozent, der Anteil von Kohle bei 24,8 Prozent - was 21,5 Prozent weniger sind als 2019. Im Jahr 2020 wurde dagegen 5,4 Prozent mehr Strom aus Windkraft erzeugt als 2019.

Windenergie dürfte noch wichtiger werden. Vor wenigen Tagen startete die Bundesnetzagentur eine Ausschreibung: Auf drei Flächen in Nord- und Ostsee sollen neue Windparks gebaut werden.

Weniger Stromverbrauch wegen Corona  

Auch der Anteil der erneuerbaren Energien an der im Inland erzeugten und eingespeisten Strommenge erreichte 2020 einen neuen Höchststand - und stieg von 42,3 Prozent im Jahr 2019 auf 47,0 Prozent. Ins heimische Netz wurden aufs Jahr gesehen 502,6 Milliarden Kilowattstunden eigenproduzierter Strom eingespeist und damit 5,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Anteile an der Stromerzeugung 2020

Die Statistiker weisen darauf hin, dass dies mit der Corona-Pandemie und dem verhängten Lockdown zusammenhängt: "Der vergleichsweise geringe Strombedarf in dieser Zeit konnte zu einem großen Teil aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Aufgrund des Einspeisevorrangs für diese Energieträger wurden viele konventionelle Kraftwerke zurückgefahren", heißt es dazu in der Mitteilung.

Die exportierte Strommenge sank um acht Prozent, übertraf aber mit 67 Milliarden Kilowattstunden immer noch die Importe. Sie legten um 19,7 Prozent auf 40,1 Milliarden Kilowattstunden zu.

Die Windkraft hat sich zur wichtigsten deutschen Energiequelle entwickelt, obwohl der Ausbau vor allem der Onshore-Anlagen an Land zuletzt stockte. So kam 2020 deutlich weniger neue Leistung hinzu als in den vorangegangenen Jahren. Auch werden seit dem Jahreswechsel die ersten alten Windkraftanlagen abmontiert, die keine staatliche Förderung mehr erhalten.