Eine Hand hält Sojabohnen | dpa

Erntemenge verdoppelt Immer mehr Soja in Deutschland

Stand: 03.08.2021 15:41 Uhr

Lebensmittel auf Sojabasis erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit in Deutschland. Auch wenn ein Großteil der proteinhaltigen Pflanzen importiert wird, steigt die Anbaufläche hierzulande.

In Deutschland wird immer mehr Soja angebaut. Im Zeitraum von 2016 bis 2020 hat sich die Anbaufläche von Soja nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 15.800 Hektar auf 33.800 Hektar mehr als verdoppelt. Und im laufenden Jahr dürfte der Anstieg - wenn auch gebremst - weitergehen. Die Statistiker schätzen die Anbaufläche 2021 in Deutschland auf 34.300 Hektar.

Bayern und Baden-Württemberg liefern

Die wichtigsten Anbaugebiete hierzulande liegen im Süden. Rund 80 Prozent der wärmeliebenden Pflanzen wachsen in Bayern und Baden-Württemberg. Gut ein Viertel der Anbaufläche wird dabei ökologisch bewirtschaftet und erreicht somit Bio-Qualität.

Insgesamt stieg die Erntemenge in den vergangenen fünf Jahren von 43.200 auf rund 90.500 Tonnen. Dennoch reicht diese Steigerung nicht im Ansatz aus, um die Nachfrage in Deutschland zu decken. Noch immer muss ein Großteil der konsumierten Menge importiert werden. Im vergangenen Jahr wurden rund 3,9 Millionen Tonnen Soja aus dem Ausland eingeführt. Mit 1,9 Millionen Tonnen kommt knapp die Hälfte der Einfuhren aus dem USA, gefolgt von 1,4 Millionen Tonnen aus Brasilien.

Soja von ehemaligen Urwaldflächen

Neben der Verwendung als eiweißreiches Futtermittel erfreuen sich insbesondere Produkte wie Sojamilch, Sojaöl oder Fleischersatzprodukte wie Tofu oder vegetarische Grillwürstchen einer wachsenden Beliebtheit. Der Soja-Anbau und -import, etwa für Tierfutter oder Bio-Kraftstoff, ist allerdings umstritten, weil dafür zum Beispiel im brasilianischen Amazonasgebiet Wälder gerodet werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. August 2021 um 14:35 Uhr.