Ein voller Einkaufswagen | dpa

Bundesverband des Lebensmittelhandels Deutsche sollen nicht hamstern

Stand: 15.03.2022 13:52 Uhr

Mit Beginn des Ukraine-Krieges haben die Deutschen wieder angefangen, auf Vorrat einzukaufen. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels appelliert nun, Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen.

Trotz Meldungen über Engpässe bei einzelnen Nahrungsmitteln wie Sonnenblumenöl und Mehl wegen des Ukraine-Krieges appelliert der Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), keine Hamsterkäufe zu tätigen. Wie bereits zu Beginn der Corona-Krise sollten sich die Kunden "untereinander solidarisch verhalten und Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einkaufen", sagte Verbandssprecher Christian Böttcher den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Noch lägen dem Handelsverband keine Informationen über eine flächendeckende Unterversorgung etwa mit Sonnenblumenöl im deutschen Einzelhandel vor, betonte Böttcher.

Längerfristige Prognosen nicht möglich

Allerdings sei die Ukraine gerade für Deutschland ein wichtiger Rohstofflieferant für Sonnenblumenöl: "Das Land steht für 51 Prozent der auf dem Weltmarkt zur Verfügung stehenden Menge und gehört für Deutschland zu den wichtigsten Importländern."

Sollte ein wichtiger Rohstofflieferant ausfallen, könne das sicher nicht lange ohne Auswirkungen auf die Märkte bleiben. Offen sei außerdem, "inwiefern steigende Kosten auf den Vorstufen in Folge des Russland-Ukraine-Krieges durch die Kette weitergegeben werden". 

"Ökonomen gehen allerdings davon aus, dass sich die allgemeine Teuerung bei Nahrungsmitteln erst einmal fortsetzt", sagte Böttcher weiter. Längerfristige Prognosen seien aber wegen der Turbulenzen auf den Märkten derzeit nicht möglich.

HDE rechnet nicht mit Versorgungsengpässen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte zuletzt erklärt, dass er nicht mit Versorgungsengpässen wegen des Ukraine-Kriegs rechne. Deutschland ist demnach wie die Ukraine Lebensmittelexporteur bei Fleisch, Weizen und Milchprodukten. Auch Bundesagrarminister Cem Özdemir sah die Versorgung als "gesichert" an, warnte jedoch vor Preissteigerungen.

Während die Auswirkungen auf Deutschland demnach begrenzt sind, hatte UN-Generalsekretär António Guterres zuletzt vor einem "Wirbelsturm des Hungers" weltweit gewarnt. Die internationale Gemeinschaft müsse handeln, um einen "Zusammenbruch des globalen Nahrungssystems" zu verhindern.

Über dieses Thema berichteten am 15. März 2022 das ARD-Morgenmagazin um 06:16 Uhr und Deutschlandfunk um 09:30 Uhr in den Nachrichten.