Das Bio-Siegel für Bioprodukte, die nach der EG-Öko-Verordnung produziert wurden. | dpa

Ökologische Landwirtschaft Mehr Biogemüse in Deutschland

Stand: 19.03.2021 14:57 Uhr

Die Erntemenge des Gemüses blieb im vergangenen Jahr zwar gleich, aber der Anteil des ökologischen Anbaus in Deutschland wächst. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 3,9 Millionen Tonnen Gemüse geerntet, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte. Verglichen mit dem Jahr 2019 ist die Menge damit praktisch konstant geblieben. Allerdings lag die Gesamternte rund sechs Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2019.

Im ökologischen Anbau verzeichnen die Statistiker dagegen eine größere Steigerung - sowohl bezogen auf das Vorjahr, als auch bezogen auf den Durchschnitt der Erntemenge seit 2014: 2020 wurden knapp 380.000 Tonnen Freiland-Gemüse erzeugt.

Dies entspricht nach Angaben von Destatis zehn Prozent der Gesamternte im Freiland und einer Steigerung um knapp 16 Prozent gegenüber 2019. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2019 stieg die Erntemenge um 34 Prozent.

Spargel liegt vorne

Knapp 5900 Betriebe erzeugten dabei auf gut 125.200 Hektar Gemüse im Freiland, was einer Fläche vergleichbar ist, die etwa halb so groß ist wie das Saarland. Die Freiland-Anbaufläche für Gemüse im ökologischen Anbau betrug 2020 16.100 Hektar und machte damit 13 Prozent der gesamten Freiland-Anbaufläche aus. 

Gemessen an der Anbaufläche sind Spargel, Karotten und Speisezwiebeln die bedeutendsten Kulturen im deutschen Gemüsebau, hat Destatis herausgefunden. Mit insgesamt 25.900 Hektar lag Spargel nach wie vor an erster Stelle. An zweiter Stelle lagen Karotten mit einer Anbaufläche von 13.800 Hektar, den dritten Platz belegten Speisezwiebeln mit einer Anbaufläche von 12.300 Hektar.

Spinat wird beliebter  

Es gibt aber auch Verschiebungen bei den Sorten. So stiegen die Anbauflächen und Erntemengen von Grünkohl und Chinakohl, beim Blattgemüse wurde für Spinat die seit Jahren größte Anbaufläche und eine Spitzenerntemenge von 83.470 Tonnen ermittelt. Der Anbau von Kopfsalat ist 2020 mit einer Erntemenge von 42.670 Tonnen hingegen auf einem Tiefpunkt angelangt. Auch Einlegegurken verlieren an Beliebtheit.

Insgesamt ist die Zahl der Betriebe im Gemüseanbau gesunken. Gegenüber der letzten Vollerhebung gab es einen Rückgang von 6580 auf 6100, ein Minus von rund sieben Prozent.

Die Anbauflächen im Gewächshaus und unter anderen sogenannten hohen begehbaren Schutzabdeckungen beliefen sich 2020 auf knapp 1300 Hektar. Das waren knapp vier Prozent mehr als 2016. Insgesamt ernteten 1650 Betriebe im vergangenen Jahr hier gut 195.000 Tonnen Gemüse, vor allem für Tomaten, Salatgurken und Feldsalat.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. März 2021 um 18:40 Uhr.