Beyoncé tritt im Rahmen ihrer Renaissance World Tour live in Cardiff auf. (Archivbild: 17.05.2023)

Start der Welttournee Befeuert Beyoncé die schwedische Inflation?

Stand: 15.06.2023 16:31 Uhr

Die Inflationsrate in Schweden ist zuletzt nicht wie erwartet gesunken. Schuld daran soll Beyoncé sein, sagt ein Volkswirt. Die US-Sängerin begann in der schwedischen Hauptstadt Stockholm ihre Welttournee.

"Renaissance" heißt der Titel ihres neuen Albums, mit dem die US-Sängerin Beyoncé aktuell durch die Welt tourt. In Schwedens Hauptstadt Stockholm hatte die Sängerin die Tournee Anfang Mai eröffnet. Und soll damit laut dem Chefvolkswirt der Danske Bank in Schweden, Michael Grahn, die schwedische Inflation befeuert haben.

"Beyoncé ist für die zusätzliche Überraschung in diesem Monat verantwortlich. Das ist ziemlich erstaunlich für ein einzelnes Ereignis", sagte Grahan der "Financial Times". "Das haben wir noch nie gesehen."

Kerninflation nur leicht gesunken

In Schweden lag die Inflationsrate im Mai bei 9,7 Prozent, nach 10,5 Prozent im April. Damit war die Inflation im Mai zwar erstmals seit Monaten wieder unter die Marke von zehn Prozent gefallen. Allerdings ging die sogenannte Kerninflation im Mai, in der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel nicht berücksichtigt werden, nur um 0,2 Prozent zurück - weit weniger als Ökonomen erwartet hatten.

Das schwedische Statistikamt führt als Preistreiber neben einem hohen Zinsaufwand für Immobilienkäufe und Bekleidung vor allem die gestiegenen Preise für Hotels und Restaurantbesuche an. So haben laut der Statistikbehörde allein höhere Preise für Hotels und Restaurants 0,3 Prozentpunkte zur schwedischen Inflation beigetragen.

"Beyoncé-Effekt"

Grahn bezeichnet das als den "Beyoncé-Effekt". Denn aus aller Welt seien Hunderttausende Fans zu dem Eröffnungskonzert am 10. Mai nach Stockholm gereist - Hoteliers hätten dies genutzt, um höhere Preise zu verlangen. Bekannt sind ähnliche Effekte laut der "Financial Times" bereits von großen Sportturnieren. Darum geht der Ökonom auch davon aus, dass der Effekt im Juni wieder nachlassen dürfte.

Die Sängerin ist zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder auf Tour und löste mit der Tourankündigung bereits eine enorme Nachfrage nach Tickets aus. Am Donnerstag gibt die Sängerin ihr erstes von drei Deutschlandkonzerten in Köln. In der kommende Woche tritt sie außerdem in Hamburg und Frankfurt auf, die Tickets für Konzerte sind seit Monaten vergriffen. Bislang zeigte sich der "Beyoncé-Effekt", wie Grahn ihn nannte, aber noch nicht in den Inflationsdaten anderer Länder, in denen die Sängerin bereits aufgetreten ist.

Bald der "Springsteen-Effekt"?

Dort hofft man übrigens, dass die Konzerte von Bruce Springsteen in Göteborg nicht ebenfalls einen "Beyoncé-Effekt" haben. Andreas Wallström, Leiter der Prognoseabteilung bei der Swedbank, sagte gegenüber der "Financial Times", er fürchte, dass die Springsteen-Konzerte ebenfalls zu steigenden Preisen in der Hotel- und Gastrobranche führen könnten.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete BR24 am 15. Juni 2023 um 15:52 Uhr.