Gebäude auf dem Stuttgarter Gelände des ehemaligen IBM-Hauptsitzes in Deutschland | picture alliance / dpa

Immobilienentwickler Adler Group tief in den roten Zahlen

Stand: 30.08.2022 11:53 Uhr

Der schwer angeschlagene Immobilienkonzern Adler Group hat seine Halbjahreszahlen vorgestellt. Die neuen Verluste dürften für noch mehr Zunder bei der morgigen Hauptversammlung sorgen.

Von Nicholas Buschschlüter, ARD-Börsenstudio

Als hätte der Immobilieninvestor Adler Group nicht schon genug Probleme, sind zuletzt noch einige hinzugekommen. Wenn auch nicht überraschend. Denn der Konzern ist wegen Wertberichtigungen tief in rote Zahlen gerutscht. Das meldete die Geschäftsleitung am späten Montagabend. Der Verlust in den ersten sechs Monaten betrug rund 600 Millionen Euro, die Schuldenquote stieg von 52 auf 58 Prozent.

Nicholas Buschschlüter

Auch einen Dividendenvorschlag macht das Unternehmen seinen Aktionären erstmal nicht. Die Reaktion an den Märkten auf die schlechten Zahlen fällt überraschend freundlich aus. Aktien der Adler Group sind im S-DAX notiert, sie stiegen am Vormittag um knapp fünf Prozent.

BaFin bezeichnete Adler Group als "fehlerhaft"

Allerdings waren die Papiere in den letzten Monaten auch stark eingebrochen. Betrugsvorwürfe, offene Rechnungen und die bisher erfolglose Suche nach einem Wirtschaftsprüfer haben dem Immobilieninvestor jede Menge schlechte Schlagzeilen eingebracht.

Ohne Wirtschaftsprüfer könne die Adler Group kein Testat bekommen, und ohne Testat sei das Unternehmen von den Bank- und Kapitalmärkten abgeschnitten, heißt es aus dem Unternehmen selbst. Zuletzt hatte auch die Finanzaufsicht BaFin eine Jahresbilanz der Adler Real Estate als fehlerhaft bezeichnet.

Größter deutscher Immobilienentwickler

Die Adler Group gilt als eine der größten Immobilienentwickler Deutschlands. Die Schwierigkeiten des Unternehmens zeigen sich auch in zahlreichen Bauruinen in diversen deutschen Städten, bei denen es augenscheinlich nicht vorangeht.

Die Hauptversammlung der Immobiliengruppe am Mittwoch in Berlin dürfte turbulent werden. Dort soll es auch um den Verkauf von 22.000 Wohnungen gehen, mit dem Schulden abgebaut werden sollen. Das wären fast alle Wohnungen, die die Adler Group derzeit noch hat. Nach eigenen Angaben sind das rund 26 Tausend.