Hintergrund

Lohnforderungen und Abschlüsse Ziele und Ergebnisse der Tarifrunden 2014

Stand: 28.07.2014 17:05 Uhr

Nach dem durchwachsenen Vorjahr soll die deutsche Wirtschaft 2014 wieder kräftig zulegen. Ein Wachstum von 1,5 bis 2,0 Prozent sei drin - sagen nicht nur Bundesregierung und Bundesbank, sondern auch die "fünf Wirtschaftsweisen" und die großen Wirtschaftsforschungsinstitute.

Die Gewerkschaften sehen darum genügend Spielraum für ähnlich kräftige Lohnerhöhungen wie 2013. Denn wenn die Wirtschaft wächst, dann verdienen die Unternehmen normalerweise auch mehr Geld - und davon sollen die Mitarbeiter profitieren.

Die Arbeitgeber sind naturgemäß anders Meinung. Schließlich ist der Aufschwung brüchig. Und dass die südeuropäischen Krisenländer - die für die deutsche Firmen als Absatzmarkt wichtig sind - dauerhaft aus der Rezession kommen, ist auch noch nicht sicher.

Tarifkonflikte und Arbeitskämpfe sind darum programmiert. Einen Überblick über die die in diesem anstehenden großen Tarifrunden finden Sie hier:

Tarifrunden des Jahres 2014
BranchePersonal*Lohnforderung (Gewerkschaft)Abschluss
Chemische Industrie248.4005,5% (IGBCE)3,7 %
Deutsche Telekom50.8005,5% (ver.di)2,9% (2014), 2,5% (2015)
Druckindustrie153.0005,5% (ver.di)3,0% (2014), 1,0% (2015)
Öff. Dienst (u.a. Bund u. Gemeinden)1.625.0003,5% (+100 Euro, ver.di)3,0% (2014), 2,4% (2015)
Bauhauptgewerbe760.0007,0% (IG BAU)3,1% (2014), 2,6% (2015)
Banken (ohne Volks- und Raiffeisenbanken)243.800100 Euro + 3,5% (ver.di)2,4% (2014), 2,1% (2015)
Holz- und Kunststoffindustrie181.9004,5% (IG Metall)3,0%
Kautschukindustrie44.1005,5% (IG BCE)3,3% (2014), 2,8% (2015)
Deutsche Bahn134.0005,0% (GDL)
Papierindustrie67.7005,5% (ver.di)2,4% (2014), 2,6% (2015)
Stahlindustrie75.0005% (IG Metall)2,3% (2014), 1,7% (2015)

*Quelle: WSI-Tarifarchiv; **Unterschiedliche Forderungen je nach Tarifbezirk

Anm. d. Red.: Die Tabelle zeigt nur die prozentualen Lohnforderungen und Tarifabschlüsse. Sonderregelungen wie Einmalzahlungen, Ergebnisbeteiligungen, Lohnanstiege um feste Summen (für alle Beschäftigten unabhängig vom jeweiligen Einkommen), Urlaub usw. haben wir nicht aufgeführt, um die Tabelle übersichtlicher und vergleichbar zu halten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. April 2014 um 09:00 Uhr.

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