Eine Frau trägt bei ihrem Einkauf in einem Supermarkt eine FFP2-Schutzmaske. | dpa

Einzelhandel Einkaufen ab Montag - mit oder ohne Maske?

Stand: 31.03.2022 11:06 Uhr

In den meisten Bundesländern fällt die Maskenpflicht beim Einkaufen - viele Unternehmen wollen diese auch nicht per Hausrecht durchsetzen. Handelsketten wie Edeka empfehlen ihren Kunden aber das freiwillige Maskentragen.

Nach mehreren Handelsketten hat auch Edeka angekündigt, die Maskenpflicht ab kommender Woche nicht grundsätzlich aufrechtzuerhalten. "Da fehlen uns die Möglichkeiten der Kontrollen", sagte eine Sprecherin der Supermarktkette der Nachrichtenagentur dpa. Das Unternehmen empfehle zwar weiterhin beim Besuch der Supermärkte das freiwillige Tragen einer medizinischen Maske, um Kunden und Mitarbeiter zu schützen.

"Leider hat der Gesetzgeber mit der Novelle des Infektionsschutzgesetzes entschieden, dass die Pflicht zum Tragen von Masken nur noch in Ausnahmefällen und in besonderen Hotspots angeordnet werden kann", kritisierte Edeka. "Man kann daher nun nicht erwarten, dass wir mithilfe des Hausrechts weiterhin eine Maskenpflicht durchsetzen."

Grundsätzlich keine Maske mehr

Auch andere Handelsketten riefen dazu auch weiterhin dazu auf, lieber an Masken zu denken. Der Möbelhändler Ikea und die Bekleidungskette Ernsting’s family wollen ab Montag die Maskenpflicht aufheben, empfehlen aber ihren Besuchern, weiterhin den Mund-Nasen-Schutz zu tragen. "Angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens weisen wir aber gern darauf hin, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch weiterhin sich selbst und andere schützt", hatte eine Ikea-Sprecherin gesagt.

Die Bekleidungskette Ernsting’s family erklärte: Wenn einzelne Länder die Hotspot-Regel geltend machen, gelte die Maskenpflicht weiter - und wo Länder die Pflicht aufheben, werde entsprechend gelockert. Das gelte für Kunden wie Mitarbeiter. Man empfehle jedoch, bei engerem Kontakt wie in einem Beratungsgespräch die Maske aufzusetzen, sich regelmäßig testen zu lassen und auf Symptome zu achten.

Vom Elektronikhändler MediaMarktSaturn hieß es: "Wir bitten unsere Kunden und werben dafür, weiterhin eine Schutzmaske zu tragen."

Hoffen auf verantwortungsvolle Kundschaft

Bei der Kaufhauskette Woolworth und der Buchhandelskette Thalia müssen Kunden ab kommender Woche auch nicht mehr grundsätzlich Maske tragen. "Das Hausrecht allein sehen wir nicht als Grundlage für solch eine einschränkende Maßnahme", sagte ein Woolworth-Sprecher. Auch der eigenen Belegschaft will Woolworth das Tragen von Masken nicht vorschreiben. Die Firma setzt darauf, dass Kundschaft und Belegschaft verantwortungsvoll mit der Situation umgehen. Auch beim Textilhändler Primark fällt die Maskenpflicht. "Wenn es keine gesetzliche Vorschrift gibt, empfehlen wir das Tragen von Masken", sagte eine Sprecherin. Man hoffe, "dass die Menschen auch weiterhin an andere denken und sie tragen, wenn sie können".

Die Lebensmittelketten Lidl und Rewe hatten sich am Mittwoch zur Frage, wie es nächste Woche bei ihnen konkret weitergeht, zunächst noch bedeckt gehalten.

Desinfektionsmittel am Ladeneingang und Plexiglasscheiben an Kassen oder Infoschaltern soll es auch weiter geben - das betonten mehrere Firmen.

Ausnahmen in Hotspots

Nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz sind den Ländern ab diesem Sonntag nur noch wenige Alltagsvorgaben zu Masken etwa in Kliniken und Pflegeheimen möglich. Weitergehende Auflagen auch mit Maskenpflichten im Handel können sie in regionalen Hotspots verhängen, wenn das Landesparlament für diese eine drohende kritische Corona-Lage feststellt. Vorerst sind solche Hotspots aber nur in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg vorgesehen.

Über dieses Thema berichtete HR4 am 30. März 2022 um 14:30 Uhr.