Brennende Gasfackel vor Ölpumpen

Höchste Steigerung seit 1981 Importe verteuern sich massiv

Stand: 27.08.2021 10:39 Uhr

Die deutschen Importe haben sich im Juli wegen höherer Preise für Öl, Gas und andere Energieprodukte so stark verteuert wie seit 40 Jahren nicht mehr. Das hat auch Folgen für die Verbraucher.   

Im Juli sind die Importpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,0 Prozent gestiegen. Eine höhere Zunahme hatte es zuletzt im September 1981 während der zweiten Ölkrise gegeben, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damals hatte das Plus bei 17,4 Prozent gelegen.

Ökonomen sind von der Stärke des Anstiegs überrascht. Sie hatten mit einer Steigerung von 13,6 Prozent gerechnet. Im Juni waren die Preise um 12,9 Prozent nach oben geklettert. Verglichen mit dem Vormonat sind die Importpreise im Juli um 2,2 Prozent gestiegen.

Experten erwarten, dass diese Entwicklung bei den Verbrauchern ankommen wird und die Unternehmen die gestiegenen Preise weitergeben. Die Inflationsrate liegt aktuell mit 3,8 Prozent bereits auf dem höchsten Stand seit 1993. Ökonomen rechnen damit, dass sich die Inflation in den kommenden Monaten in Richtung fünf Prozent bewegen wird. Für Verbraucher bedeuten steigende Preise einen Verlust an Kaufkraft.  

Energie wird immer teurer

Der starke Anstieg geht vor allem auf die Entwicklung der Energiepreise zurück: Die Einfuhren verteuerten sich um 89,6 Prozent im Vergleich zum Juli 2020. "Dieser Anstieg begründet sich durch das außerordentlich niedrige Preisniveau des Vergleichsmonats", erklärten die Statistiker diesen sogenannten Basiseffekt.

Damals hatte die Nachfrage aufgrund der Corona-Rezession ihren Tiefpunkt erreicht - bei einem gleichzeitig starken Angebotsüberhang. Erdgas verteuerte sich mit 170,5 Prozent besonders stark, Erdöl um 68,9 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energie stiegen die Einfuhrpreise im Juli um 8,9 Prozent.

Auch Eisenerze mit plus 108,7 Prozent und Holz mit plus 57,4 Prozent verteuerten sich im Import überdurchschnittlich. Die Preise für landwirtschaftliche Güter lagen 10,3 Prozent über denen von Juli 2020.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. August 2021 um 11:35 Uhr.