Ein Mann repariert ein Fahrrad in einer Fahrradwerkstatt. | picture alliance / Zoonar

Pandemie trifft Handwerk Friseure leiden - Radwerkstätten jubeln

Stand: 11.06.2021 14:38 Uhr

Das deutsche Handwerk hat die Folgen der Pandemie zu Beginn des Jahres deutlich zu spüren bekommen. Die Umsätze sanken überwiegend. Aber es gab auch einige wenige Lichtblicke.

Die Corona-Krise hat beim deutschen Handwerk tiefe Spuren hinterlassen. Einigen Bereiche litten zu Jahresbeginn besonders stark, andere konnten gegen den Trend sogar Zuwächse verbuchen.

Der Umsatz des Handwerks sank von Januar bis März nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 7,5 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das war das erste Mal seit acht Jahren, dass die lange Zeit erfolgsverwöhnte Branche Rückgänge verbuchte. Die schwache Entwicklung ging mit weniger Personal einher. Die Zahl der Mitarbeiter ging im zulassungspflichtigen Handwerk bis Ende März um 1,7 Prozent zurück.

Vergleichszeitraum war kaum von Krise betroffen

Dabei sei zu berücksichtigen, dass Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie erst am Ende des ersten Quartals 2020 begannen und die Ergebnisse des Jahresauftakts 2020 davon noch kaum betroffen waren, erklärten die Statistiker.

Es liegt somit ein typischer Fall eines so genannten Basiseffekts vor. Ein hohe Ausgangsbasis macht Rückgänge zu einem späteren Zeitpunkt umso wahrscheinlicher.

Lockdown bremst die Nachfrage

Besonders hart wurden die Handwerke für den privaten Bedarf betroffen. Hier lag das Minus bei 23 Prozent. In diesem Bereich markierten die Friseurbetriebe mit minus 37 Prozent den höchste Rückgang.

Zu wenig Material

Auch auf dem Bau mit einem Rückgang von annähernd 16 Prozent lief es nicht gut. "Unternehmen müssen bei vollen Auftragsbüchern Kurzarbeit anmelden, weil sie kein Material haben", hatte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, erst vor kurzem gewarnt. Die Preise für Holz und andere Baustoffe sind auf dem Weltmarkt unter anderem wegen der großen Nachfrage aus China und den USA stark gestiegen.

Während das Lebensmittelgewerbe einen Rückgang von fast zehn Prozent beklagte, brach das Geschäft bei Konditoreien um 21 Prozent ein.

Fahrradboom treibt die Geschäfte

Der andauernde Fahrradboom bescherte den Zweiradmechanikern offenbar deutlich mehr Reparaturen. Diese Gewerbezweige setzten fast 27 Prozent mehr um als vor einem Jahr. Daneben verbuchten nur noch Rollladentechniker sowie Zahntechniker ein Umsatzplus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Juni 2021 um 10:10 Uhr.