Eine Frau misst mit einem Laser-Messgeraet die Temperatur auf einer Heizung. | picture alliance / dpa-tmn

Einschätzung von Energieverband Die Gasvorräte könnten ausreichen

Stand: 16.08.2022 08:58 Uhr

Wenn Russland die Lieferungen nicht weiter drosselt, könnte ein Gasengpass in Deutschland vermieden werden, sagt Gasverbandschef Möhring. Die derzeit gelieferte Menge könne bei einem milden Winter reichen.

Der Bundesverband für Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) rechnet bei keinen weiteren russischen Einschränkungen mit keinen Gas-Engpässen im kommenden Winter. Die deutschen Gasvorräte seien für den kommenden Winter ausreichend, teilt der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) mit. Voraussetzung dafür sei aber, dass die russischen Lieferungen weiterhin erhalten blieben.

"Wenn die Versorgungslage einschließlich der russischen Lieferungen so bleibt wie sie ist, werden wir bei normalen Witterungsbedingungen und der Umsetzung der Einsparbemühungen die Gasspeicher so wie geplant befüllt bekommen können, sagte BVEG-Geschäftsführer Ludwig Möhring der "Bild"-Zeitung.

Wie geplant Gas sparen

Russland liefere zwar erheblich weniger als zuvor, die derzeit gelieferten Menge könne bei einem milden Winter aber trotzdem reichen, so Möhring. Es müsse dennoch wie geplant Gas gespart werden.

Allein aus den Speichern könne die deutsche Gasversorgung im Winter nicht gewährleistet werden, sagte dagegen ein Sprecher der Bundesnetzagentur der "Bild": "Man kann sehr grob in einem durchschnittlichen Winter davon ausgehen, dass die Mengen aus den Speichern etwa zweieinhalb Monate reichen."

Erstes Speicherziel erreicht

Trotz den seit Wochen stark reduzierten russischen Lieferungen konnte das erste Speicherziel für die deutschen Gasspeicher bereits erreicht werden. Der Füllstand lag am Freitagmorgen bei 75,43 Prozent, wie aus Daten der europäischen Gasspeicherbetreiber hervorgeht.

Die Bundesregierung hatte per Verordnung festgelegt, dass die deutschen Gasspeicher bis zum 1. September mindestens zu 75 Prozent gefüllt sein sollen. Am 1. Oktober sollen es 85 Prozent sein und am 1. November 95 Prozent. Beim aktuellen Tempo können die Ziele wahrscheinlich erreicht werden.

Seit mehr als zwei Wochen ist die Ostseepipeline Nord Stream 1, die von Russland beliefert wird, nur noch zu 20 Prozent ausgelastet. Der russische Konzern Gazprom verweist auf technische Gründe. Die Bundesregierung hält das für vorgeschoben.

Ziel im November könnte noch verfehlt werden

Der Geschäftsführer des Speicherverbandes Ines, Sebastian Bleschke betonte, dass es nur ein Zwischenziel sei: "Im Kern geht es um die Erreichung von 95 Prozent am 1. November."

Wenn es im Oktober Normaltemperaturen gebe, wirke sich die beginnende Heizsaison stark auf die Möglichkeit aus, Gas einzuspeichern. An besonders kalten Tagen könne die Gasentnahme so hoch sein, dass die Einspeisungen den Bedarf nicht deckten, so Bleschke. Es sei möglich, dass das Ziel im November verfehlt werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. August 2022 um 08:00 Uhr.