Verschiedene Tafeln fair gehandelter Schokolade | obs

Nachhaltigkeit und fairer Handel Fairtrade-Schokolade immer beliebter

Stand: 08.10.2021 13:23 Uhr

Die Schokolade ist der große Gewinner unter den fairen Produkten. Doch auch andere fair gehandelte Lebensmittel verzeichnen ein Absatzplus und verschaffen der Branche damit einen Aufschwung.

Die Fairtrade-Branche atmet nach den Einbrüchen während der Corona-Krise wieder auf: Für das erste Halbjahr 2021 verzeichnet die Branche ein Umsatzplus von vier Prozent. Das geht aus den neuen Zahlen hervor, die der Verband Fairtrade Deutschland heute veröffentlichte.

Unter fair gehandelten Produkten versteht man die Einhaltung von Mindeststandards bei Erzeugern von Lebensmitteln wie Kakao oder Kaffee. Es soll sichergestellt werden, dass Arbeiter nicht ausgebeutet, sondern an den erzielten Umsätzen der Produkte angemessen beteiligt werden.

Vor allem neue Lizenzpartner und eine sich nach der Pandemie erholende Gastronomie seien demnach für die gestiegenen Absätze verantwortlich, sagt Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von Fairtrade Deutschland e.V: "Die Halbjahreszahlen machen Mut. Die Corona-Delle ist ausgebügelt, und die Nachfrage nach nachhaltigen Lebensmitteln scheint ungebrochen. Allein im vergangenen Halbjahr sind 30 neue Lizenzpartner hinzugekommen, die Produkte mit dem Fairtrade-Siegel anbieten."

"Wir wollen den Markt transformieren"

Klarer Favorit der Verbraucher ist die fair gehandelte Schokolade: Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2021 um 35 Prozent. Dafür sind nach Angaben des Verbandes vor allem die neuen Eigenmarken von Einzelhändlern wie Rewe, Lidl und Aldi verantwortlich. Die Supermarktketten und Discounter setzen sich damit für bessere Arbeitsbedingungen der Kakaobauern weltweit ein.

Ähnlich beliebt wie die Schokolade sei bei Verbrauchern Fairtrade-Tee: Hier betrug das Umsatzwachstum 34 Prozent. Auch beim Absatz von Kaffee und Säften zieht der Verband eine positive Bilanz. Ein Grund dafür sei auch, dass ein Großteil der fairen Lebensmittel in Deutschland mittlerweile zusätzlich bio-zertifiziert sei. "Wir wollen den Lebensmittelmarkt transformieren, und zwar lieber heute als morgen. Das Ziel muss globale Handelsgerechtigkeit sein", so Overath.

Verbraucherstudie bestätigt den Trend

Eine neue Verbraucherstudie des Rheingold-Instituts in Köln zeigt ferner, dass es für fairen Handel in Deutschland großes Wachstumspotenzial gibt: "Nachhaltigkeit wird heute weniger als globale Herausforderung betrachtet. Für viele Verbraucher rückt das direkte Umfeld in den Fokus, der Erhalt regionaler Landwirtschaft und Umwelt. Dabei ist Nachhaltigkeit ohne globale Dimension nicht nachhaltig. Fairtrade hat inmitten dieser Diskussion die besten Voraussetzungen, zu einem Pionier einer globalen Nachhaltigkeit 2.0 zu werden", so Stephan Grünewald, Geschäftsführer des Rheingold-Instituts.

Über dieses Thema berichtete MDR SACHSEN-ANHALT am 21. September 2021 um 15:10 Uhr.