Die Anlage des Erdgasspeichers (Astora GmbH) in Rehden.  | picture alliance/dpa

Wartung von Nord Stream 1 Deutschlands Gasvorrat sinkt leicht

Stand: 14.07.2022 12:19 Uhr

Der Stopp der russischen Gaslieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 macht sich offenbar an den Füllständen der deutschen Speicher bemerkbar. Erstmals seit vielen Wochen gab es wieder ein Minus.

Am Montag hat die Wartung der Erdgaspipeline Nord Stream 1 begonnen, seitdem liefert Russland kein Gas mehr über die Rohrleitung. Das wirkt sich offenbar auf die vorhandenen Gasvorräte Deutschlands aus: Nach Informationen von Europas Gasinfrastruktur-Betreiber (GIE) sank der Füllstand der deutschen Gasspeicher innerhalb eines Tages um 0,06 Prozentpunkte auf 64,53 Prozent. Am Vortag war er noch um 0,09 Punkte angestiegen.

"Es wird jetzt wieder ausgespeichert - allerdings nur in geringem Umfang", sagte eine Sprecherin der Bundesnetzagentur. Angesichts der fehlenden Lieferungen aus Russland bedienten sich die Gasversorger anderweitig. Sie kauften entweder woanders auf dem Markt ein oder griffen auf die Gasspeicher zurück. Das sei auch eine Frage des Preises.

Nach Angaben der Betreibergesellschaft sollen die Arbeiten bis zum 21. Juli dauern. In Deutschland geht die Sorge um, dass die Pipeline nach den Wartungsarbeiten nicht wieder in Betrieb genommen und im Winter das Gas knapp wird.

Ziele noch weit entfernt

Um eine Gasmangellage im Winter zu vermeiden, ist Deutschland aktuell bemüht, seine Gasspeicher so schnell wie möglich zu füllen. Laut Gesetz sollen die Gasspeicher bis zum 1. Oktober zu 80 Prozent und bis zum 1. November zu 90 Prozent gefüllt sein.

Am 18. März hatte der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher mit 24,19 Prozent den absoluten Tiefststand im laufenden Jahr erreicht. Der nun erfolgte Rückgang ist das erste Minus innerhalb von 24 Stunden seit dem 8. Juni. Damals war der Speicherstand um 0,09 Punkte gesunken. Dieser Rückgang folgte damals auf eine besonders starke Phase der Gaseinspeicherung. Denn vom 1. bis 7. Juni war der Füllstand insgesamt um gut vier Punkte geklettert - im Schnitt um 0,58 Punkte pro Tag.

Am Gasmarkt führte die neuesten Daten zunächst zu keinen weiteren Preissteigerungen. Am niederländischen Gashandelspunkt TTF gaben die Preise für die kommenden sechs Monate tendenziell leicht nach. Dennoch liegen sie immer noch im Bereich von 180 Euro pro Megawattstunde, das sind umgerechnet 18 Cent je Kilowattstunde. Allerdings sind in diesen Preisen noch nicht die staatlich vorgeschriebenen Preisbestandteile, Steuern und auch die Gewinnmarge der Energieversorger enthalten.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 Radio MV am 13. Juli 2022 um 17:30 Uhr.