Zwei Kugelschreiber liegen auf einem Antragsformular für Kurzarbeitergeld.  | dpa

Corona-Pandemie Kurzarbeitergeld soll verlängert werden

Stand: 09.02.2022 13:56 Uhr

Die Regelungen zur Kurzarbeit werden nochmals verlängert und sollen nun bis Ende Juni gelten. Ursprünglich sollten sie Ende März auslaufen. Der Bundestag muss der Verlängerung noch zustimmen.

Die Regelungen zur Kurzarbeit, die die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie für Betriebe und Beschäftigte abmildern sollen, werden voraussichtlich bis Ende Juni verlängert. Damit würde auch das höhere Kurzarbeitergeld länger ausgezahlt als ursprünglich geplant.

Eigentlich sollten die wegen der Pandemie ausgeweiteten Regelungen zur Kurzarbeit Ende März auslaufen. Doch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil betonte, dass gerade für bestimmte Branchen, etwa die Gastronomie oder für die Veranstaltungsbranche, Unterstützung weiterhin nötig sei.

Nach dem Bundeskabinett muss nun noch der Bundestag der Verlängerung der Regeln zustimmen. Diese sehen vor, dass Unternehmen bereits Kurzarbeit beantragen können, wenn zehn Prozent der Beschäftigten weniger oder gar nicht arbeiten können. In normalen Zeiten muss es mindestens ein Drittel der Belegschaft sein. Zudem können Betroffene das Kurzarbeitergeld 28 Monaten lang beziehen und damit vier Monate länger als üblich.

Höhere Bezüge als im Normalfall

Für Beschäftigte steigt das Kurzarbeitergeld ab dem vierten Bezugsmonat auf 70 Prozent des Nettolohns und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent. Erwerbstätige mit Kindern erhalten ab dem vierten Bezugsmonat 77 Prozent ihres Nettogehalt und ab dem achten Monat 87 Prozent. Normalerweise beträgt das Kurzarbeitergeld 60 Prozent und für Eltern 67 Prozent des Nettolohns.

Auch die Sozialbeiträge, die der Arbeitgeber abführen muss, sollen bis Ende Juni zur Hälfte erstattet werden. Allerdings müssen dann laut Nachrichtenagentur dpa den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kurzarbeit Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden.

Mehr als 88.000 Betriebe bezogen im November Kurzarbeitergeld

Der aktuellsten Hochrechnung der Bundesagentur (BA) für Arbeit zufolge mussten im November bundesweit noch mehr als 88.300 Betriebe Kurzarbeit für ihre Belegschaft anmelden. Davon betroffen waren in ganz Deutschland mehr als 574.000 Erwerbstätige. Die Zahlen basieren auf dem Datenstand von Januar dieses Jahres. Den Höchststand des vergangenen Jahres hatte die BA im April verzeichnet: Damals griffen landesweit mehr als 609.000 Unternehmen und fast sechs Millionen Beschäftigte auf das Kurzarbeitergeld zurück.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Februar 2022 um 12:00 Uhr.