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Trotz Krise und Homeoffice Büros bleiben gefragt

Stand: 09.04.2021 14:11 Uhr

Deutschland steuert auf eine erneute Verschärfung des Lockdown zu. Millionen Beschäftigte müssen weiter von zu Hause aus arbeiten. Dennoch ist die Nachfrage nach Büroflächen ungebrochen.

Noch ist die Corona-Krise nicht vorbei und eine Rückkehr ins Büro für die meisten Beschäftigten in weiter Ferne. Dennoch bleibt die Nachfrage nach Büroflächen hoch. Wie der Immobilienmakler Jones Lang LaSalle berichtet, wurden im ersten Quartal dieses Jahres fast genauso viele Quadratmeter Büros vermietet wie in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Mit 715.000 Quadratmetern war das Volumen in den sieben wichtigsten Standorten nur ein Prozent niedriger als 2020.

Damit sei die Krise am Büromarkt beendet, erklärt das Unternehmen. "Zumindest scheint die Nachfragedelle überwunden, und der aus den jüngsten Stimmungsindikatoren sprudelnde Optimismus scheint dafür gesorgt zu haben, dass der Fuß etwas vom Bremspedal in Bezug auf die Anmietung neuer Flächen in den Big 7 genommen wurde", erklärt der Makler. Mit den "Big 7" sind die Standorte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart gemeint.

Verunsicherung bleibt spürbar

In vier dieser Bürohochburgen ist der Umsatz gegenüber dem ersten Quartal 2020 sogar gestiegen. In Köln fiel das Plus mit 130 Prozent wegen Behördenanmietungen besonders deutlich aus. Auch in Hamburg (plus 31 Prozent), Frankfurt (plus 22 Prozent) und Berlin (plus 20 Prozent) gab es ein Wachstum. Zurückgegangen sind die Vermietungen in München und Düsseldorf, während Stuttgart sein Vorjahresniveau halten konnte.

Von Euphorie wollen die Vermieter aber nicht sprechen. Denn die Verunsicherung über den weiteren Geschäftsverlauf sei immer noch spürbar. Auch halte die Diskussion über die Zukunft des Büros und die künftigen Arbeitswelten an. Auffällig sei deshalb der hohe Anteil der Vertragsabschlüsse durch Nutzer der Öffentlichen Hand, etwa Behörden. Dagegen hielten sich die sonst die Büromärkte dominierenden privaten Firmen noch zurück.

Im weiteren Verlauf Belebung erwartet

Im Jahresverlauf rechnet das Maklerhaus mit einer Belebung der Geschäfte um rund zehn Prozent. "Wir schließen uns dem Abgesang auf Büros als zentrale Arbeitsorte nicht an", so Jones Lang LaSalle. In vielen Unternehmen sei die Homeoffice-Euphorie einer gewissen Ernüchterung gewichen. Auch liege die Leerstandsquote mit 3,9 Prozent immer noch deutlich unter der wichtigen Schwelle von fünf Prozent.

Zu einem ähnlich robusten Vermietungsergebnis in deutschen Großstädten kamen auch die Immobilienspezialisten BNP Paribas Real Estate und Colliers. Die Zahlen seien ein deutliches Zeichen für die zurückkehrende Zuversicht in vielen Unternehmen, schrieb BNP Paribas Real Estate.