Luftaufnahme geparkter Neuwagen | dpa

Neuzulassungen im Minus EU-Automarkt weiter im Absatztief

Stand: 17.03.2021 13:11 Uhr

Die Zahl der Auto-Neuzulassungen in der EU ist auf den tiefsten Februar-Wert seit acht Jahren gesunken. Der Anteil der Elektroautos lag - einschließlich der Hybridmodelle - bei 13 Prozent.

In der EU sind auch im Februar wieder deutlich weniger Autos verkauft worden als im Vorjahresmonat. Der europäische Herstellerverband ACEA teilte mit, die Neuzulassungen hätten um 19,3 Prozent auf 771.486 Fahrzeuge abgenommen. Dies sei der schwächste Februar seit 2013.

Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sowie Unsicherheiten lasteten weiter stark auf der Nachfrage, hieß es vom Verband. Seit Jahresbeginn habe sich ein Minus von 21,7 Prozent ergeben.

Pandemie belastet Markt "massiv"

Dabei gingen die Neuzulassungen in allen großen Märkten prozentual zweistellig zurück, am stärksten in Spanien mit minus 38 Prozent und in Frankreich mit minus 21 Prozent. In Deutschland schrumpfte der Absatz um 19 Prozent. Am besten sah noch Italien mit minus zwölf Prozent aus.

BMW kommt vergleichsweise glimpflich davon

Unter den deutschen Autobauern stand BMW (inklusive Mini) mit einem Minus von neun Prozent im Februar noch am besten da. Der VW-Konzern fuhr bei den Neuzulassungen ein Minus von 17 Prozent ein. Von Daimler (Mercedes und Smart) wurden knapp ein Fünftel weniger Fahrzeuge angemeldet.

Ab März könnte sich dann allmählich ein Basiseffekt positiv bemerkbar machen: Ab den Lockdowns im März und April 2020 war der Neuzulassungsmarkt in der EU stark eingebrochen. In den kommenden Monaten dürften die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr daher weniger dramatisch aussehen.

Hoffen auf Nachholeffekte

Dennoch bleibt die Lage angesichts anhaltender, regional unterschiedlicher Lockdowns und steigender Infektionszahlen brisant. "Selbst wenn wir im März eine vorübergehende Verbesserung der Lage auf dem Neuwagenmarkt sehen, spricht einiges dafür, dass es im April aufgrund neuer Maßnahmen erneut zu deutlichen Rückgängen kommen kann", sagte der Automobilmarktexperte der Beratungsgesellschaft EY, Peter Fuß.

Großer Hoffnungsfaktor für die Autobranche sind die laufenden Impfkampagnen, bei denen es aber auch immer wieder zu Rückschlägen kommen kann. Die Hersteller hoffen dennoch spätestens ab dem Sommer auf eine Normalisierung des wirtschaftlichen Lebens und entsprechende Nachholeffekte - auch beim Auto-Konsum.

Elektro-Schwäche nur vorübergehend?

Die Elektroautos verzeichneten im Februar - wie schon im Januar - eine Wachstumsdelle. Im Februar war in den Top-5-Märkten Westeuropas (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien) knapp jeder achte neu zugelassene Pkw entweder ein E-Auto oder ein Plug-in-Hybrid, der gemeinsame Marktanteil lag bei 13,0 Prozent. Im Dezember war noch jeder fünfte Neuwagen ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid, der Marktanteil lag mit 19,9 Prozent fast sieben Prozentpunkte höher.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. März 2021 um 12:00 Uhr.