Ein Containerschiff wird in Hamburg auf dem Container Terminal Altenwerder beladen.  | dpa

Abgekühlte Konjunktur Deutsche Exporte sinken erneut

Stand: 02.12.2022 11:05 Uhr

Der deutsche Außenhandel hat sich im Oktober schwach entwickelt. Die Exporte gingen spürbar zurück, die Importe noch deutlicher. Und auch die Aussichten für das kommende Jahr sind trübe.

Unternehmen im deutschen Außenhandel haben im Oktober die Folgen der weltweiten Konjunkturabschwächung zu spüren bekommen. Die Exporte gingen gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Experten hatten nur mit einem halb so starken Rückgang gerechnet. Die Importe verringerten sich sogar um 3,7 Prozent und damit so stark wie seit Januar nicht mehr.

Auch deutsche US-Exporte sinken

Insgesamt wurden im Oktober kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 133,5 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Größter Einzelmarkt für Produkte "Made in Germany" waren auch im Oktober die USA mit 13,9 Milliarden Euro. Die Exporte in die größte Volkswirtschaft der Welt sanken im Vergleich zum Vormonat aber um 3,9 Prozent. Die Ausfuhren nach China lagen unverändert zum Vormonat bei 8,9 Milliarden Euro. In andere Länder der Europäischen Union gingen Waren im Wert von 71,4 Milliarden Euro, das entspricht einem Minus von 2,4 Prozent.

Russland verliert als Handelspartner für Deutschland infolge des Ukraine-Kriegs und der Sanktionen weiter an Bedeutung. Im Oktober sanken die Exporte im Vergleich zum Vormonat um sechs Prozent auf eine Milliarde Euro. Die Importe aus dem Land, das in erster Linie Rohstofflieferant ist, gingen nach Angaben der Wiesbadener Behörde um ein Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurück.

Pessimismus bei den Firmen

"Die globale Konjunktur kühlt unter der Last der gestiegenen Preise und Zinsen ab und lässt die Exportgeschäfte schlechter laufen", sagte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet, dass ein Drittel der Weltwirtschaft im kommenden Jahr in eine Rezession abrutschen wird. "Nicht nur auf die deutschen Konsumenten, auch auf die Exportwirtschaft kommen schwierigere Zeiten zu", so Scheuerle.

Einer Umfrage des Deutsche Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge erwarten nur 16 Prozent der Industrieunternehmen, dass ihre Exporte in den kommenden zwölf Monaten steigen werden. 40 Prozent rechnen mit geringeren Ausfuhren. "Lediglich während der Finanzkrise und zu Beginn der Corona-Krise waren die Unternehmen mit Blick auf ihr Auslandsgeschäft pessimistischer", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Dezember 2022 um 11:00 Uhr.