Meyer Burger Solar Werk in Bitterfeld

Ausländische Investoren Der Trend geht zu Großprojekten

Stand: 06.05.2021 15:55 Uhr

Ausländische Unternehmen wollen in Deutschland die Rekordsumme von 10,4 Milliarden Euro investieren. Vor allem in Großprojekte soll viel Geld fließen.

Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz: Hier soll Ende 2025 die Batteriefertigung des Autokonzerns Stellantis anlaufen. Der Opel-Mutterkonzern nimmt dafür einen Milliardenbetrag in die Hand. 2000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Ortswechsel: Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Hier plant das Schweizer Unternehmen Meyer Burger mit mehr als 700 Millionen Euro die Produktion von Solarzellen, was bis zu 3000 neue Stellen schaffen soll.

Das sind nur zwei Beispiele, die für einen Trend stehen: "Sehr viele große Investitionsvorhaben" kommen nach Deutschland, sagte Robert Hermann am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Hermann ist Geschäftsführer der bundeseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI).

Viele neue Jobs

Insgesamt wollen ausländische Unternehmen GTAI-Daten zufolge so viel in Deutschland investieren wie noch nie. Die angekündigte Investitionssumme verdoppelte sich 2020 im Vergleich zu 2019 auf den Rekordwert von 10,4 Milliarden Euro.

Auch blieb die Zahl der angekündigten neuen Jobs mit 35.000 hoch: Es ist der bislang zweithöchste Wert überhaupt. Im vergangenen Jahr siedelten sich den GTAI-Daten zufolge 1684 Unternehmen hierzulande an. Das waren neun Prozent weniger als 2019 und die niedrigste Zahl seit 2014.

Zu den Großinvestoren gehört neben Stellantis und Meyer Burger etwa auch die chinesische Honeycomb Energy Technology, die zwei Milliarden Euro in die Batteriefertigung im Saarland steckt und dabei 2000 Jobs schaffen will.

USA auf Rang eins

Insgesamt rangiert China mit 170 Projekten auf Platz drei der ausländischen Investoren in Deutschland. Wichtigster ausländischer Investor sind erneut die USA mit 254 Projekten, gefolgt von der Schweiz. Auf die Alpenrepublik entfallen 219 Projekte.

Großbritannien nimmt Platz vier mit 103 Projekten ein. Seit 2016, dem Jahr des Brexit-Referendums, war die Zahl der britischen Neuansiedlungen in Deutschland gestiegen und ist nun erstmals zurückgegangen. Die ausländischen Firmen bevorzugen vor allem Investitionen im IT- und Software-Sektor, gefolgt von Unternehmens- und Finanzdienstleistungen. Zu den stark wachsenden Bereichen zählt auch die Elektromobilität.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Mai 2021 um 07:35 Uhr.