Menschen stehen bei der Agentur für Arbeit Schlange. | ARD-aktuell / Dölling

Erholung trotz Ukraine-Krieg Arbeitslosenquote sinkt auf 5,0 Prozent

Stand: 03.05.2022 12:40 Uhr

Trotz der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges ist der deutsche Arbeitsmarkt weiter auf Erholungskurs. Im April waren 53.000 Menschen weniger arbeitslos als im Vormonat. Die Quote sank auf 5,0 Prozent.

Dank einer weiteren Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland weiter gesunken. Im April waren 2,309 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 53.000 weniger als im März und 462.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

Die Quote sank um 0,1 Punkte auf 5,0 Prozent. Im Vergleich zum April 2021 sank sie sogar um einen kompletten Prozentpunkt. "Mit der Frühjahrsbelebung und den Lockerungen der Corona-Maßnahmen setzt sich die Erholung am Arbeitsmarkt fort", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. "Allerdings wird die Entwicklung durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine gebremst."

Kurzarbeit gewinnt an Bedeutung

Die Kurzarbeit wird gewinnt für die Unternehmen wieder an Bedeutung. Vom 1. bis 27. April hätten Betriebe für 120.000 Menschen Kurzarbeit angezeigt. Die Anzeige muss zeitlich vor der Inanspruchnahme kommen. Die tatsächliche Kurzarbeit fällt meistens geringer aus.

Hierfür liegen Daten nur bis Februar vor. In diesem Monat wurde für 723.000 Menschen Kurzarbeitergeld bezahlt. Für den Januar hatte die Bundesagentur zuletzt von 654.000 Kurzarbeitern berichtet. Die Zahl kann sich etwa durch Nachmeldungen noch leicht ändern.

Die Nachfrage der Firmen in Deutschland nach Arbeitskräften stieg auf einen Rekordwert: Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit kletterte im April auf 138 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Beginn der Datenreihe 2005. Das Ende der meisten Corona-Beschränkungen und die Frühjahrsbelebung hätten zu einer anziehenden Nachfrage in fast allen Branchen geführt, hieß es

291.000 Ausbildungsplätze unbesetzt

Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es nach wie vor Probleme. Von Oktober 2021 bis April 2022 hatten sich bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern 339.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Lehrstelle gemeldet - 6000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Von ihnen hatten im April noch 182.000 junge Menschen weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative gefunden, berichtete die Bundesagentur. Gemeldet waren 466.000 Ausbildungsstellen, 33.000 mehr als vor einem Jahr. 291.000 blieben bisher unbesetzt.

Quote auch in der Eurozone auf Rekordtief

Auch in der Eurozone sank die Arbeitslosigkeit auf ein Rekordtief. Die Arbeitslosenquote ging im März gegenüber dem Vormonat um 0,1 Punkte auf 6,8 Prozent zurück, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Dies ist der niedrigste Stand seit der Euro-Einführung.

In den vergangenen Monaten war die Arbeitslosigkeit in den 19 Mitgliedsländern der Eurozone bereits tendenziell gesunken. Ein Jahr zuvor hatte die Quote noch bei 8,2 Prozent gelegen. In der gesamten EU war die Entwicklung ähnlich.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Mai 2022 um 10:40 Uhr.