Stämme von Fichten einer gerodeten Waldfläche liegen zum Abtransport bereit. | dpa

Wegen hoher Holzpreise Altmaier will mehr Fichten fällen lassen

Stand: 24.06.2021 15:15 Uhr

Wer Bauholz benötigt, muss derzeit geduldig sein - und tiefer in die Tasche greifen als sonst. Um die Situation zu entspannen, will Wirtschaftsminister Altmaier offenbar wieder mehr gesunde Fichten fällen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will angesichts der hohen Preise für Bauholz sowie anhaltender Lieferengpässe wieder mehr Fichten fällen lassen. Dafür will er die derzeit geltende Einschlagsbegrenzung für Fichtenholz schnellstmöglich aufheben, zitiert die "Rheinische Post" aus einem Vorschlagspapier des Ministers. Das Papier trägt den Titel "Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung der Versorgung mit Holzprodukten und anderen Baustoffen und Vorprodukten."

Altmaier will demnach noch in dieser Legislaturperiode eine Einigung mit den zuständigen Ressorts über die Umsetzung der Vorschläge anstreben. "Wir haben es bei Nadelschnittholzprodukten mit Preissteigerungen von durchschnittlich rund hundert Prozent innerhalb der Jahresfrist zu tun", heißt es in dem Dokument. Bauunternehmen, die bislang Holz "just in time" für konkrete Aufträge eingekauft hätten, könnten trotz guter Konjunktur keine neuen Aufträge mehr annehmen. Lieferengpässe sowie Preisanstiege seien auch für andere Baustoffe zu verzeichnen.

Corona bremst Holzhandel

Die Ursachen für diese Entwicklungen seien vielschichtig, heißt es. "Waldschäden und Borkenkäferbefall reduzieren die Frischholz- und erhöhen die Schadholzmengen drastisch." Die Sägewerke hätten aufgrund der Schadholzmengen ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Hinzu kämen politische Faktoren, die den internationalen Handel mit Holz als Rohstoff bremsen, sowie coronabedingte Reduzierungen der Produktion und Störungen in den Lieferketten. "Wir müssen diesen krisenhaften Entwicklungen, die Bauindustrie, Bauhandwerk und Holzwirtschaft betreffen, entschlossen entgegentreten."

Die aktuelle Begrenzung der Fällungen von Fichtenholz gilt noch bis Ende September. Die Waldbesitzer erhalten im Gegenzug steuerliche Vorteile. Diese will Altmaier fortführen, auch wenn die Einschlagsbegrenzung sofort aufgehoben werden soll. Bund, Länder und Kommunen sollen zudem die zulässigen Spielräume bei öffentlichen Aufträgen ausschöpfen, um Preiserhöhungen in der Beschaffung von notwendigen Baustoffen "soweit wie möglich auszugleichen", schreibt Altmaier in dem Papier.

Großer Teil des Holzes wird exportiert

Wenn eine Leistung wegen der Rohstoffknappheit verzögert wird, solle zudem die öffentliche Hand auf Konventionalstrafen verzichten, lautet ein weiterer Vorschlag. Schadholz, das bisher aussortiert und exportiert wird, soll zudem künftig auch in Deutschland verwendet werden.

Derzeit klagt vor allem der Bau über den fehlenden Rohstoff sowie drastische Preise für Holz. Zudem wird ein großer Teil des Holzes aus Deutschland ins Ausland exportiert, vor allem nach China, weil dort derzeit die Nachfrage besonders hoch ist.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 24. Juni 2021 um 14:42 Uhr.

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KOMMENTARE

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derkleineBürger 24.06.2021 • 19:23 Uhr

" Altmaier will mehr Fichten

" Altmaier will mehr Fichten fällen lassen " Warum? Deutschland ist eine Exportnation. Und aktuell ist die Nachfrage so groß, dass man die Gelegenheit beim Schopfe greifen muss! Was macht man, wenn die Sägewerke ausgelastet sind? Ist doch logisch: Man exportiert die Bäume! Die Begründung für Steuervorteile abzuschaffen und gleichzeitig die Steuervorteile aufrechterhalten ist asozial. Ist doch klar, dass er es so machen will, Altmaier ist schließlich von der CDU.