Schild "Nasdaq" | REUTERS
Marktbericht

Nervöser Handel Die Nasdaq wackelt

Stand: 25.07.2022 22:21 Uhr

Vor neuen Geschäftszahlen im Wochenverlauf tendierten die großen US-Techwerte leichter. Die Nasdaq geriet bei nervösem Handel unter Druck. Auch der Zinsentscheid der Fed wirft seine Schatten voraus.

An der Wall Street ist vor der Bekanntgabe neuer Geschäftszahlen der großen Tech-Firmen die Nasdaq unter Druck geraten. Bei nervösem Handel schloss der Composite-Index 0,43 Prozent schwächer bei 11.782 Punkten, der Auswahlindex Nasdaq 100 sackte um 0,55 Prozent auf 12.328 Zähler ab. Erst im späten Geschäft konnten sich die Indizes noch etwas von ihren Tiefstständen erholen, blieben aber im Minus.

Vor der Bilanzvorlage im Wochenverlauf gaben die Aktien von Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft und der Facebook-Mutter Meta Platforms zwischen 0,4 und 1,5 Prozent nach. Konkret legen am Dienstag Alphabet und Microsoft Zahlen vor, am Mittwoch Meta und am Donnerstag dann Amazon, Apple und Intel.

"Es gibt viele Probleme und viel Gegenwind, einschließlich des Dollars, aber die gute Nachricht ist, dass die Erwartungen viel niedriger angesetzt wurden als noch vor einem Jahr", sagte Chris Grisanti, Portfolio-Manager bei MAI Capital Management. "Worüber ich mir mehr Sorgen mache, ist eine Verlangsamung der Einnahmen bei werbebezogenen Geschäftsmodellen."

Standardwerte deutlich besser

Besser hielten sich die Standardwerte. Der Leitindex Dow Jones ging bei 31.990 Punkten aus dem Handel, ein moderater Gewinn von 0,28 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index schloss bei 3966 Zählern um 0,13 Prozent höher. Im Wochenverlauf legen auch viele Standardwerte ihre Berichte vor, unter anderem Flugzeugbauer Boeing oder die großen Ölgesellschaften.

Alle Augen auf die Fed

Zudem kommt die Notenbank Federal Reserve (Fed) ab morgen zu ihrer Zinssitzung zusammen, von der mehrheitlich eine weitere Erhöhung des Zinsniveaus um 75 Basispunkte erwartet wird. Letzteres dürfte in den Preisen bereits enthalten sein, wichtiger wird aber wie stets der Ausblick der Notenbanker sein. Dem Fed Watch Tool der CME Group zufolge rechnen 77,5 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Leitzinserhöhung von 75 Basispunkten. 22,5 Prozent erwarten gar einen Zinsschritt um einen vollen Prozentpunkt.

Sollte die Fed für die Zeit danach ein langsameres Zinserhöhungstempo signalisieren, könne mit einer Erleichterungsrally vor allem bei Technologiewerten gerechnet werden, prognostizierte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Diese seien derzeit sehr günstig.

Die Fed steht vor der Herausforderung, die hohe Inflation unter Kontrolle zu bringen, ohne zugleich das Wachstum abzuwürgen. In den vergangenen Jahrzehnten sind in den USA nur die wenigsten Straffungsphasen ohne wirtschaftlichen Schaden geblieben.

DAX schließt im Minus

In einen ansonsten ruhigen Handelstag ist im späten Geschäft noch Bewegung gekommen. Nach der Ankündigung Russlands, die Gasexporte nach Deutschland weiter einzuschränken, rutschte der DAX noch ins Minus. Er schloss bei 13.210 Punkten um 0,33 Prozent leichter. Auch der MDAX, der Index der mittelgroßen Werte, gab am Ende 0,54 Prozent nach auf 26.623 Punkte.

Ansonsten war es lange ein eher ruhiger Handelsverlauf, denn die Anleger erwarten im weiteren Wochenverlauf nicht nur wichtige neue Unternehmensdaten, sondern auch den Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Wichtige Termine, vor denen größere Risiken nicht mehr eingegangen wurden. Anfänglich stärker Verluste konnte der DAX aufholen, zu mehr reichte es aber wie schon am Freitag gesehen nicht mehr. Der Index handelte zwischen 13.151 und 13.337 Zählern.

Der Nervenkrieg ums Gas geht in eine neue Runde

Im späten Geschäft richtete sich der Fokus der Investoren erneut auf die Gasversorgung. Von diesem Dienstag an würden noch 20 Prozent oder 33 Millionen Kubikmeter Gas täglich durch die wichtigste Versorgungsleitung nach Deutschland fließen, teilte das russische Staatsunternehmen Gazprom am Nachmittag mit. Grund sei die Reparatur einer weiteren Turbine, hieß es.

Dabei hatte der MDAX-Konzern Siemens Energy einem Medienbericht zufolge Gazprom kanadische Dokumente übergeben, die die Reparatur und den Transport einer Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 ermöglichen. Der russischen Seite ist dies offenbar nicht genug. Siemens Energy erklärte am Abend, es würden Zolldokumente aus Russland fehlen, der Transport der Turbine stünde bereit.

Warteschleife vor Quartalsergebnissen

Im Fokus stand auch hierzulande die US-Berichtssaison, mit den Quartalsberichten der großen Techs in dieser Woche. Zudem öffnen zahlreiche Standardwerte ihre Bücher, unter anderem Boeing und die Ölriesen. "Der wirklich große Teil der Bilanz-Saison ist da", sagte Dennis Dick, Händler bei Triple D Trading. "Die Zuversicht, die jetzt wieder aufkeimt, kann sich auch schnell wieder verflüchtigen, wenn Unternehmen wie Google und Microsoft am Dienstag enttäuschen." Zudem wird natürlich auch die Zinssitzung der Fed mit großer Spannung erwartet.

Rezessionssignale häufen sich - ifo-Index enttäuscht

Was die Lage nicht beruhigt: Die Rezessionsvorboten haben sich zuletzt gehäuft. Über allem steht weiter das Damoklesschwert der Gaskrise - ohne russische Lieferungen ist ein Abrutschen in die Rezession hierzulande und in Europa wohl nicht zu vermeiden. Diesem Szenario ist das Land heute einen Schritt näher gekommen.

Diese Ängste dürften ein gutes Stück den ifo-Geschäftsklimaindex bestimmen, der am Vormittag veröffentlicht wurde. Der wichtige Konjunkturfrühindikator ist im Juli massiv eingebrochen (von 92,2 Punkten im Juni auf 88,6). Das ifo-Institut selbst sieht Deutschland "an der Schwelle zur Rezession".

"Das ifo-Geschäftsklima deutet nun wie der Einkaufsmanagerindex klar auf einen Abschwung der deutschen Wirtschaft hin", betont auch Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. "Wie schlimm es am Ende kommt, liegt leider vor allem in Putins Händen."

Rentenmärkte funken SOS

Doch nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern auch die USA und damit einer der wichtigsten deutschen Handelspartner könnten in die Rezession rutschen. "An den Rentenmärkten blinken die roten Warnlampen weiter auf und signalisieren durch eine Invertierung der Zinskurve eine Rezession", so Jochen Stanzl, Chef-Analyst CMC Markets.

Euro stabil über 1,02 Dollar - Zinsgerüchte in Europa

Der Euro tendiert im US-Handel weiter über der Marke von 1,02 Dollar bei 1,0223 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0236 (Freitag: 1,0190) Dollar fest.

Der Euro trotzt damit dem schwachen ifo-Index. Zuletzt hat sich die Gemeinschaftswährung leicht oberhalb der Parität zum US-Dollar stabilisiert. Sie profitierte zudem von Bemerkungen aus den Reihen der EZB. Lettlands Notenbankchef Martins Kazaks sagte in einem Interview, aus seiner Sicht sei die Zeit größerer Zinsanhebungen nicht vorbei.

Vergangenen Donnerstag hatte die EZB ihren Leitzins erstmals seit elf Jahren angehoben, und zwar stärker als allgemein erwartet wurde. "Ich würde sagen, die Zinsanhebung im September muss auch recht deutlich ausfallen", sagte Kazaks, der als Vertreter einer straffen geldpolitischen Linie bekannt ist.

Nicht zuletzt der höhere Leitzins in den USA hat die Gemeinschaftswährung zuletzt geschwächt. Die Botschaft an die Märkte lautet nun, dass die EZB jetzt auch auf den Zinszug aufspringt, wenn auch mit großer Verspätung. Das verschafft dem Euro derzeit Luft. Doch ein möglicher erneuter Rückfall gen Parität ist damit noch nicht vom Tisch, sollten die Hoffnungen enttäuscht werden.

Ölpreise im Verlauf höher

Die Ölpreise zogen im Verlauf an. Am abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 104,57 Dollar. Das waren 0,7 Prozent mehr als am Freitag. Den Ölpreisen kamen die wieder bessere Stimmung an den Aktienmärkten sowie der schwächere Dollar zugute.

Weizenpreis steigt nach Angriff auf Odessa

Die Furcht vor Verzögerungen bei der raschen Wiederaufnahme ukrainischer Getreideexporte verteuert Weizen. Der europäische Future stieg zwischenzeitlich um 2,6 Prozent auf 320,50 Euro je Tonne. Sein US-Pendant gewinnt gut vier Prozent auf 7,90 Dollar je Scheffel. Auslöser der Rally war der russische Angriff auf die Hafenanlagen im ukrainischen Odessa. Dies führe das Getreideabkommen der beiden Staaten ad absurdum, sagte Analyst Tobin Gorey von der Commonwealth Bank.

VW-Aktie nach Diess-Rückzug im Fokus

Im DAX stand zu Beginn der neuen Woche die VW-Aktie im Fokus. Denn der Wolfsburger Autokonzern tauscht seinen Vorstandschef aus. Herbert Diess werde zum 1. September von Oliver Blume ersetzt, der aber zugleich Chef der Sportwagen-Tochter Porsche bleiben soll, teilte VW nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitagabend überraschend mit. Laut Insidern kam der Anstoß zur Trennung von Diess von den VW-Eigentümerfamilien Porsche und Piech. Analysten kritisierten heute vor allem den Zeitpunkt des Wechsels, strebt Porsche doch einen Börsengang an. Das Papier, das am Freitag nachbörslich unter Druck geraten war,verlor rund 1,2 Prozent und hat damit stärkere Verluste etwas eingegrenzt. Das Tagestief lag bei gut 128 Euro.

Condor kauft groß bei Airbus ein

Der deutsche Ferienflieger Condor sattelt komplett auf Airbus um. Die Bestellung umfasse 13 Mittelstreckenjets vom Typ A320neo und 28 Exemplare der Langversion A321neo, teilte Condor nach einem Beschluss des Aufsichtsrats mit. Die Jets sollen ab Frühjahr 2024 schrittweise Condors ältere und spritdurstigere Kurz- und Mittelstreckenflotte ersetzen. Das Unternehmen tauscht bereits seine Boeing-Langstreckenjets aus der 767-Reihe gegen neue Airbus A330neo aus.

T-Mobile US: millionenschwerer Vergleich zu Datenklau

Die amerikanische Telekom-Tochterfirma T-Mobile US will mit einer Zahlung von einer halben Milliarde Dollar Nutzerklagen nach einem großen Hackerangriff beilegen. Dabei sollen 350 Millionen Dollar in einen Fonds für klagende US-Kunden fließen, wie aus der am Wochenende veröffentlichten Vereinbarung hervorgeht. Weitere 150 Millionen Dollar sollen demnach in diesem und im kommenden Jahr für die Verbesserung der Cybersicherheit ausgegeben werden.

Deutsche Post setzt weiter auf DHL-Packstationen

Die Deutsche Post DHL setzt den Ausbau ihres Packstation-Netzes fort. Auf dem Gelände einer Wohnungsbaugesellschaft in Duisburg wurde am Montag die bundesweit 10.000. Paket-Abholstation in Betrieb genommen, wie der Bonner Konzern mitteilte.

Die Packstationen seien eine Erfolgsgeschichte, das Angebot werde immer beliebter. Insgesamt haben die Automaten bundesweit mehr als 900.000 Fächer, in denen Sendungen zwischengelagert werden, bis die Empfänger sie abholen. Das soll nicht nur für Verbraucher vorteilhaft sein, sondern auch für die Post, die den Anteil der teuren Haustürzustellung drücken will.

Ver.di ruft Lufthansa-Bodenpersonal zu Warnstreiks auf

Die Gewerkschaft ver.di ruft mitten in der Ferienhochsaison das Bodenpersonal der Deutschen Lufthansa am Mittwoch zu Warnstreiks auf. Der Ausstand soll den ganzen Tag über an allen Lufthansa-Standorten stattfinden. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für die rund 20.000 Beschäftigten. Die Warnstreiks sollen am Mittwochfrüh um 3.45 Uhr anfangen und Donnerstagfrüh um 6 Uhr enden.

LEG-Chef rechnet mit "Wärmeverzicht" für Mieter

Nach dem Branchenprimus Vonovia stimmt auch der zweitgrößte deutsche Immobilienkonzern LEG Immobilien die Mieter auf niedrigere Heiz-Temperaturen ein. "Ich glaube, dass in der derzeitigen Kriegssituation der Bevölkerung in Deutschland klargemacht werden muss, dass jetzt Verzicht angesagt ist", sagte der Manager dem "Handelsblatt": "Und das wird ein Wärmeverzicht sein - das muss man klar politisch aussprechen." Lackum forderte eine gesetzliche Möglichkeit, die Temperaturen stärker als bisher absenken zu dürfen.

Uniper auf neuem Rekordtief

Der Verkaufsdruck bei Uniper hält an. Die Aktien des Gas-Versorgers fielen am Ende 12,4 Prozent und markierten im Verlauf bei 6,23 Euro ein neues Tief. Dies nachdem sie am Freitag bereits um fast 30 Prozent eingebrochen waren. Börsianer verweisen auf die Verwässerung der Anteile der bisherigen Eigner durch den geplanten milliardenschweren Einstieg des Bundes. Zu Wochenbeginn lastet zusätzlich eine Analysten-Herabstufung auf den Titeln.

Stratec rudert zurück

Der Diagnostikspezialist Stratec hat im ersten Halbjahr einen Umsatz- und Ergebnisrückgang verzeichnet. Lieferkettenprobleme, höhere Kosten sowie eine pandemiebedingte starke Vorjahresentwicklung waren der Grund dafür, wie das Unternehmen am Abend nach Xetra-Schluss mitteilte. Der Umsatz sank um 11,9 Prozent auf 137,2 Millionen Euro. Neben Lieferrückständen belasteten dabei auch die Verschiebung von Umsätzen aus Entwicklungsprojekten in das dritte Quartal.

Die bereinigte operative Marge verschlechterte sich vorläufigen Berechnungen zufolge von 22,1 Prozent auf 15,4 Prozent. Neben höheren Kosten, die Stratec nur verzögert an die Kunden weitergeben kann, wirkten sich auch negative Bewertungseffekte im Zusammenhang mit teilweise mehrjährigen Währungssicherungsgeschäften aus. Stratec gehe davon aus, die im ersten Halbjahr entstandenen Lieferrückstände innerhalb der nächsten Monate aufholen zu können, hieß es weiter. Das komplette Zahlenwerk wird am 10. August veröffentlicht.

Hypoport legt deutlich zu

Der Finanzdienstleister Hypoport hat im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Erlöse seien um 20 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 126 Millionen Euro nach oben geklettert, teilte das SDAX-Unternehmen Abend nach Xetra-Schluss in Berlin mit. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern legte um 35 Prozent auf 13 Millionen Euro zu. Das gesamte Zahlenwerk soll wie vorgesehen in zwei Wochen veröffentlicht werden. Anleger zeigten sich zunächst erfreut. Der Aktienkurs von Hypoport stieg auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um knapp drei Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs.

BayWa schraubt Prognose deutlich höher

Im SDAX gehörte die BayWA-Aktie zu den Gewinnern. Der Münchner Agrarkonzern hat sein Gewinnziel für das laufende Jahr schon nach sechs Monaten übertroffen und legt die Latte deshalb höher. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll 2022 um bis zu zwei Drittel auf 400 bis 450 Millionen Euro steigen. Im Geschäftsbericht hatte BayWa noch maximal 320 Millionen in Aussicht gestellt.

Wacker Neuson blickt auf die zweite Jahreshälfte

Der Münchner Baumaschinen-Hersteller Wacker Neuson schraubt die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr leicht zurück. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) werde bei 9,5 bis 10,0 Prozent liegen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Bisher hatte Wacker Neuson den oberen Rand der Prognose bei 10,5 Prozent gesehen. Das Ergebnis werde wie zuletzt schon auch im zweiten Halbjahr von den angespannten Lieferketten und dem Preisdruck bei Material, Energie und Transporten belastet. Vom Sommer an sollten sich aber Preiserhöhungen positiv auf die Rendite auswirken. Der Umsatz soll 2022 wie geplant zwischen 1,9 und 2,1 Milliarden Euro liegen.

Die Tendenzen zeigten sich bereits im zweiten Quartal: Der Umsatz lag mit 548,1 Millionen Euro fast elf Prozent über dem Vorjahresniveau, wie Wacker Neuson mitteilte. Der Umsatz habe damit auch den Erwartungen der Analysten entsprochen. Um 15 Prozent unter Vorjahr lag dagegen das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Mit 48,3 Millionen Euro lag es aber über dem Durchschnitte der Expertenschätzungen. Das entspreche einer Ebit-Marge von 8,8 (11,4) Prozent.

IT-Systemhaus Bechtle trotzt Lieferengpässen

Bechtle-Papiere führten den MDAX an. Das schwäbische IT-Systemhaus trotzte auch im zweiten Quartal den Lieferengpässen für Chips und Rohstoffe. Der Umsatz sei von April bis Juni um 13 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Familienunternehmen aus Neckarsulm mit. Der Gewinn vor Steuern habe sich um acht Prozent auf rund 88 Millionen Euro erhöht und liege damit um zehn Millionen Euro über den durchschnittlichen Schätzungen der Analysten.

Zulieferer Schaeffler kauft Antriebshersteller

Schaeffler will mit der schwedischen Ewellix-Gruppe einen Antriebshersteller kaufen und damit seine Industriesparte ausbauen. Der Auto- und Industriezulieferer aus dem fränkischen Herzogenaurach zahlt rund 582 Millionen Euro für die zum Investment-Unternehmen Triton gehörende Tochtergesellschaft, wie Schaeffler gestern mitteilte.

Softwarefirma Atoss bestätigt Prognosen

Die Münchner Atoss Software hält nach dem zweiten Quartal an ihren Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr fest. Der Anbieter von Personalplanungs-Software rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro und einer Rendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von 25 Prozent. Damit würde das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2022 bei 27,5 Millionen Euro stagnieren.

Aktie des Affenpocken-Impfstoff-Herstellers Bavarian Nordic gefragt

Jenseits der großen Indizes ist die Aktie von Bavarian Nordic gefragt. Bavarian Nordic ist der weltweit einzige Hersteller eines Impfstoffs gegen Affenpocken. Angesichts der schnellen weiten Verbreitung der Krankheit hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Wochenende die höchste Alarmstufe ausgerufen. Der Ausbruch sei eine "Notlage von internationaler Tragweite", erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Ryanair will mehr Flüge anbieten

Die Erholung der Ticketnachfrage hat Europas größtem Billigflieger Ryanair im Frühjahr überraschend viel Gewinn eingebracht. Konzernchef Michael O'Leary rechnet weiterhin mit einem starken Sommer. Trotz der Engpässe und langer Schlangen an vielen Flughäfen will er deutlich mehr Flüge anbieten als vor der Corona-Pandemie, wie Ryanair am Montag in Dublin mitteilte. Doch mögliche neue Virusvarianten und die Vorsicht vieler Kunden stimmen das Management zurückhaltend. So traut sich O'Leary weiterhin keine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr zu.

Philips-Aktie nach gekapptem Umsatzziel im Minus

Philips-Konzernchef Frans van Houten nahm heute sein Umsatzziel zurück und erklärte, gestörte Lieferketten und Inflationsdruck hätten zwar eine Rolle gespielt. Doch Hauptursache für die schwache Entwicklung seien die Covid-19-Lockdowns in China gewesen. In der Volksrepublik seien die vergleichbaren Umsätze und Auftragseingänge um fast 30 Prozent zurückgegangen. An der Börse sorgte das für einen Kursrutsch um mehr als zehn Prozent.