New Yorker Börse (NYSE) an der Wall Street in New York. | picture alliance / NDZ/STAR MAX/
Marktbericht

Wall Street im Minus Zinssorgen und kein Ende

Stand: 06.09.2022 22:19 Uhr

Anders als hierzulande verlief der New Yorker Handel heute enttäuschend. Vor allem Zinsängste sorgen weiter für viel Unsicherheit bei den US-Anlegern.

Nach dem langen Wochenende handelten heute die New Yorker Börsen wieder. Nach zunächst stabilem Start bröckelten die Gewinne jedoch schnell wieder ab, die großen Indizes blieben letztlich alle im Minus.

Der Leitindex Dow Jones ging bei 31.145 Zählern aus dem Handel, ein Tagesverlust von 0,55 Prozent. Auch die Technologiebörse Nasdaq gab nach und verlor am Ende 0,74 Prozent auf 11.544 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index ging bei 3908 Zählern um 0,41 Prozent leichter aus dem Handel.

Immer wieder die Zinsen

Die größte Sorge für die meisten sei die Entwicklung der US-Zinsen, sagte Randy Frederick, Manager beim Brokerhaus Charles Schwab. "Es steht außer Frage, dass die Fed die Zinsen anheben wird. Die Frage ist nur, wie stark und wie schnell." Investoren rechnen fest damit, dass die Notenbank Federal Reserve (Fed) bei ihrer Sitzung Ende des Monats den Schlüsselsatz zum dritten Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte anheben wird.

Ähnlich wie hierzulande bleiben Experten beim Blick auf die mittelbaren Marktperspektiven eher vorsichtig. Trotz des freundlichen Starts dürfte das Jahr für Anleger kein leichtes werden, sagt Morgan-Stanley-Analyst Michael J. Wilson voraus. Er kassierte seine Prognose für den Gewinn je Aktie, weil die schwache Konjunktur auf den Aktienmarkt durchschlage. Auch 2023 rechnet er mit einem Rückgang von drei Prozent - selbst dann, wenn eine Rezession ausbleibe.

Für etwas Abwechslung sorgte der Auftritt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an der New Yorker Börse. Er läutete virtuell die traditionelle Glocke zur Eröffnung des dortigen Handels.

Bei den Unternehmen stachen Digital World Acquisition (DWA) mit einem Kurssturz von 11,4 Prozent heraus. Die geplante Übernahme des vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gegründeten Twitter-Rivalen "Truth Social" ist gescheitert, weil zu wenige Aktionäre des Übernahme-Vehikels für eine Verlängerung der Angebotsfrist votiert hatten. Digital World ist ein Börsenvehikel (SPAC, Special Purpose Acquisition Company). SPACs haben eine begrenzte Lebenszeit, wenn sie keine Übernahme zustande bringen.

Da Investitionszusagen an den Börsengang der Trump Media & Technology Group (TMTG) durch die Fusion mit DWA gebunden sind, ist die weitere Finanzierung von "Truth Social" unklar. Das Übernahme-Vehikel wird voraussichtlich am Donnerstag abgewickelt.

Der DAX trotzte heute gleich mehreren Belastungsfaktoren - dem russischen Gaslieferstopp, der Aussicht auf bald höhere Zinsen auch in der Eurozone und nach einem kurzen Durchatmen am Nachmittag sogar noch einer schwächeren Wall-Street-Eröffnung.

Am Ende stand ein Plus von 0,87 Prozent auf 12.871 Punkte. Mit dem Tageshoch bei 12.927 Punkten rückte zwischenzeitlich sogar die Marke von 13.000 Punkten wieder in Reichweite. Am Vortag hatte der wohl längerfristige Stopp russischer Gaslieferungen für tiefrote Kurse an der Frankfurter Börse gesorgt.

"Diese extreme Volatilität mag ein Vorbote sein, was die Anleger im Laufe der nächsten Wochen beziehungsweise Monate an den Aktienmärkten erwartet", schrieben die Experten der National-Bank.

Etwas Entspannung beim Gas

Unterstützung erhielt der deutsche Markt insbesondere durch die etwas nachlassende Furcht vor Gasengpässen im Winter, dem derzeitigen Hauptthema an der Börse. Trotz der ausbleibenden russischen Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 fiel der europäische Erdgas-Future um zehn Prozent auf 222 Euro je Megawattstunde. Er bleibt damit allerdings auf hohem Niveau, nachdem der Lieferstopp Russlands zuletzt die Preise wieder kräftig angeschoben hatte.

Dank Zukäufen bei anderen Anbietern und geplanten Einsparungen seien keine akuten Engpässe zu erwarten, prognostizierten die Analysten der Rating-Agentur Fitch. Dem Branchendienst Gas Infrastructure Europe zufolge sind die europäischen Gas-Lager derzeit zu 82 Prozent gefüllt. In Deutschland liege die Quote bei 86 Prozent. Angepeilt war ein Füllstand von 80 Prozent im November.

Der Nervenkrieg geht weiter

Nach den Worten des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Gazprom werde das Unternehmen die Lieferungen nach Deutschland erst wieder aufnehmen, wenn Siemens Energy die fehlerhafte Anlage repariert hat. Russland verweist zudem auf die Sanktionen, die das blockierten.

Siemens Energy weist dies zurück. "Diese neue Darstellung können wir aufgrund der uns am Wochenende zur Verfügung gestellten Informationen nicht nachvollziehen", erklärte der Hersteller. "Daher gilt bis auf Weiteres unsere Einschätzung, dass der uns mitgeteilte Befund keinen technischen Grund für eine Einstellung des Betriebs darstellt."

Alle Augen auf die EZB

Das normalerweise wichtigste Thema überhaupt für die Börsen geriet in Anbetracht der Gaskrise fast in den Hintergrund. Denn am Donnerstag gilt eine weitere Zinserhöhung der EZB um mindestens 50 Basispunkte als ausgemachte Sache. Auch einen großen Schritt von 75 Basispunkten halten viele Marktteilnehmer im Kampf gegen die hohe Inflation von derzeit knapp 8,0 Prozent realistisch.

Nachdem sich zahlreiche Ratsmitglieder jüngst deutlich ins Zeug gelegt haben, den Markt von ihrer Entschlossenheit, die Inflation einzudämmen, zu überzeugen, dürften die Erwartungen an die Sitzung hoch sein. Leitzinserhöhungen der Notenbanken sollen die rasante Inflation einfangen, doch Börsianer befürchten im Gegenzug Bremsspuren in der Wirtschaft. Allerdings wäre eine dauerhaft hohe Inflation noch schädlicher.

"Angesichts ausufernder Inflationserwartungen nahmen die Zinsfantasien des Marktes zuletzt deutlich zu", berichten etwa die Analysten von der Deutschen Bank. Es sei sogar vereinzelt von einer möglichen Zinserhöhung um einen Prozentpunkt gesprochen worden. "Am wahrscheinlichsten erscheint jedoch ein Zinsschritt von höchstens 0,75 Prozentpunkten."

Der Euro, der sich am Vormittag noch recht robust hielt, ist danach wieder zurückgefallen. Im US-Handel kostet die Gemeinschaftswährung am Abend noch 0,9904 Dollar.

Zu Wochenbeginn war der Euro mit 0,9878 Dollar auf den tiefsten Stand seit knapp 20 Jahren gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gestern auf 0,9920 Dollar festgesetzt. Am Nachmittag wird aus den USA noch der ISM-Stimmungsindex für die Dienstleistungen im August erwartet.

Gute Stimmung bei den US-Dienstleistern

Fundamentaler Rückenwind für den Dollar kam von den US-Dienstleistern. Diese haben ihr Wachstumstempo überraschend weiter gesteigert. Der Einkaufsmanagerindex legte im August den zweiten Monat in Folge zu - und zwar auf 56,9 Zähler von 56,7 Punkten im Juli, wie aus der heute veröffentlichten Firmen-Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht.

Ein stärkeres Auftragswachstum sorgte für Auftrieb, wobei zugleich Lieferkettenprobleme und Preisdruck nachließen. Experten hatten mit einem Rückgang auf 55,1 Punkte gerechnet. Die Wachstumsschwelle liegt bei 50 Zählern.

"Die Stimmungslage ist unerwartet solide ausgefallen und deutet darauf hin, dass die US-Wirtschaft trotz der hohen Preissteigerungen im Wachstumsmodus bleibt", so die Einschätzung von Helaba-Ökonom Ralf Umlauf. Das inflationäre Potenzial, das auch durch eine niedrige Arbeitslosenquote signalisiert werde, bleibe hoch: "Mithin dürfte die Fed aggressiv gegen die Inflation vorgehen und die Leitzinsen in diesem Monat um 75 Basispunkte erhöhen."

Fertigungsaufträge der Industrie gehen stark zurück

Die deutsche Industrie hat im Juli wegen zahlreicher Probleme rund um die schwächelnde Weltkonjunktur, den Materialmangel sowie die steigenden Preise hingegen bereits den sechsten Monat in Folge weniger Aufträge erhalten. Der Rückgang gegenüber dem Vormonat fiel mit 1,1 Prozent stärker aus als erwartet, wie aus Daten des Statistischen Bundesamts hervorgeht.

"In Verbindung mit den dauerhaft hohen Energiepreisen steigt die Angst, dass die Unternehmen wegen einer Rationierung von Gas und Strom in den kommenden Monaten gezwungen sein könnten, ihre Produktion noch weiter einzuschränken", konstatierte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Brokerhaus CMC Markets.

Die Dienstleistungsbranche in Deutschland konnte ihren Umsatz im Juni dagegen kräftig steigern. Die Erlöse kletterten auch getrieben von einer Erholung von der Corona-Pandemie preisbereinigt um fast zehn Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Zudem habe sich das 9-Euro-Ticket ausgewirkt. Nominal wuchsen die Umsätze im Dienstleistungssektor um gut 14 Prozent. Dennoch rechnen weder Bundesregierung noch Wirtschaft mit einer baldigen Wende zum Besseren. Im Gegenteil: Ökonomen zufolge steuert Europas größte Volkswirtschaft auf eine Rezession zu.

Die erste Kürzung der Fördermenge durch die großen Ölexportländer seit 2020 ist am Markt schnell verpufft. Nachdem die Ölpreise zwei Tage lang gestiegen sind, gaben sie heute erneut nach.

"Die OPEC+-Nachrichten sind nun auf dem Markt und der Fokus hat sich vorübergehend auf wirtschaftliche und inflationäre Sorgen verlagert", sagte Tamas Varga vom Ölmakler PVM.

Heute ist dafür die harte Corona-Politik Chinas wieder stärker in den Blick geraten. Zuletzt riegelte die chinesische Regierung wieder vermehrt ganze Millionenstädte ab, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Das belastet die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch die Nachfrage nach Rohöl.

Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um drei Prozent auf bis zu 92,38 Dollar je Barrel. Aufgeflammte Rezessionsängste hatten den Preis in den vorangegangenen drei Monaten zeitweise mehr als 20 Prozent gedrückt, nachdem er nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Frühjahr auf ein Allzeithoch von 147 Dollar geklettert war.

Die Papiere des angeschlagenen Gasimporteurs Uniper haben heute mit 4,70 Euro ein weiteres Rekordtief markiert, nachdem sie sich zeitweise mit einem Plus von fast drei Prozent stabilisiert hatten. Investoren spekulieren derzeit, wann der angeschlagene Konzern weitere Staatshilfen braucht.

Die Uniper-Aktie war gestern schon auf ein Rekordtief gefallen, nachdem Russland die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 nicht wieder aufgenommen hatte. So muss Uniper nun noch mehr teures Gas am Markt zukaufen, um seine Lieferverpflichtungen erfüllen zu können.

Die Aussicht auf den Börsengang der Sportwagentochter Porsche AG Ende September ließ Anleger zu Aktien von Volkswagen greifen. VW-Titel stiegen deutlich um rund 3,6 Prozent. Damit zählten die Titel zu den großen Gewinnern im DAX. Die Aktien des Großaktionärs des Wolfsburger Autokonzerns, die Familienholding Porsche SE, legten nur zeitweise zu und schlossen am Ende leicht im Minus. Volkswagen hatte gestern Abend den Startschuss für den Börsengang der Sportwagentochter Porsche gegeben.

Als Zeitpunkt für die Aktienplatzierung nannte Volkswagen Ende September beziehungsweise Anfang Oktober, stellte dies jedoch unter den Vorbehalt der weiteren Entwicklung am Kapitalmarkt. Notfalls wolle man sich bis zum Ende des Jahres Zeit lassen. Auch der Betriebsrat von Volkswagen befürwortet den konkretisierten Fahrplan für einen Börsengang der Konzerntochter Porsche. Weil die erwarteten Einnahmen nicht zuletzt in den weiteren Umbau in Richtung E-Mobilität und Digitalisierung fließen sollen, trage der Schritt zur Zukunftsfähigkeit der Standorte bei, hieß es heute aus der Belegschaftsvertretung in Wolfsburg.

Lufthansa-Aktien legten im MDAX zu, nachdem sich die Piloten und das Unternehmen im Tarifkonflikt geeinigt haben. Ein Streik ist damit vom Tisch. "Die angekündigten Arbeitskampfmaßnahmen für diese Woche werden abgesagt", erklärte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nach der Verhandlung am Dienstag.

Ein umfangreiches Paket sei vereinbart worden und harre der Ausgestaltung in den kommenden Tagen. Es seien wichtige erste Schritte in Richtung einer nachhaltigen Zusammenarbeit erzielt worden. Die Lufthansa war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen

Kühne will bei Lufthansa weiter aufstocken

Der größte Lufthansa-Aktionär Klaus-Michael Kühne will derweil seine Beteiligung an der Fluggesellschaft nun doch weiter aufstocken. "Unser Interesse an der Deutschen Lufthansa AG ist ungebrochen", erklärte der Hamburger Milliardär heute laut einer Mitteilung seiner Kühne Holding AG. Er verwies auf ein Gespräch mit Firmenchef Carsten Spohr und Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley. Der 85-Jährige hält bereits 15,01 Prozent an der Lufthansa.

Erst vor kurzem hatte Kühne einer Übernahme des restlichen Staatsanteils von knapp zehn Prozent an der Lufthansa eine Absage erteilt. "Im Prinzip hätte ich Interesse, aber eine solche Aufstockung steht nicht zur Diskussion", hatte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt. "Wir kämen dann auf eine Sperrminorität von 25 Prozent. Das ist politisch wohl nicht durchsetzbar." Der Bund muss seine in der Corona-Krise erworbene Lufthansa-Beteiligung spätestens 2023 verkaufen.

Mitten in der Energiekrise kehrt der Energietechnik-Konzern Siemens Energy in die erste deutsche Börsenliga zurück. Das Unternehmen, das den DAX erst vor einem halben Jahr verlassen musste, ersetzt in zwei Wochen - zum 19. September - den Lebensmittel-Lieferdienst HelloFresh, wie die Deutsche Börse gestern Abend nach der turnusmäßigen Überprüfung der Index-Zusammensetzung mitteilte.

Die HelloFresh-Aktien, die von der Corona-Pandemie mit geschlossenen Lokalen und Homeoffice massiv profitiert hatten, sind in diesem Jahr um fast zwei Drittel eingebrochen. Das Startup-Unternehmen ist an der Börse noch gut vier Milliarden Euro wert. Trotzdem waren die Papiere heute nach bekräftigten Kaufempfehlung durch die Privatbank Berenberg mit mehr als vier Prozent Plus größter DAX-Gewinner.

Siemens Energy will derweil für die geplante vollständige Übernahme seiner Windkrafttochter Gamesa den Kapitalmarkt anzapfen. So plant das Unternehmen die Begebung einer nachrangigen Pflichtwandelanleihe mit einem Gesamtnennbetrag von etwa einer Milliarde Euro, wie Siemens Energy am Dienstag in München mitteilte.

Auch in den anderen Indizes wird es in Kürze Veränderungen geben: So steigt wie erwartet Uniper aus dem Nebenwerteindex MDAX ab. Der Gas-Importeur ist infolge der stockenden Erdgas-Lieferungen aus Russland und der Marktverwerfungen in große Turbulenzen geraten. Auch der Immobilienkonzern Grand City Properties und der IT-Dienstleister Cancom rutschen vom MDAX in den Nebenwerte-Index SDAX ab. Dafür steigen der jüngst fusionierte deutsch-amerikanische Netzwerk-Spezialist Adtran Holdings, der mehrheitlich zur französischen Forvia gehörende Autozulieferer Hella und der Federn-Spezialist Stabilus auf.

Zudem fallen aus dem SDAX vier Unternehmen heraus, allen voran der angeschlagene Immobilien-Investor Adler Group sowie - jeweils nach Übernahmen durch Finanzinvestoren - der Immobilienfinanzierer Aareal Bank und der Einkaufszentren-Investor Deutsche Euroshop sowie der Büroausstattungs-Versender Takkt aus Stuttgart. Neu im Index sind darüber hinaus der Windanlagen-Bauer Nordex, der Wind- und Solarparkentwickler Energiekontor und der Bioethanol-Produzent CropEnergies, der zur Südzucker-Gruppe gehört. Zurück im SDAX ist außerdem der Graphit- und Karbon-Spezialist SGL Group.

Die Commerzbank verkauft in ihren Filialen und über ihr Online-Banking auch nach 2023 Versicherungspolicen der Allianz. Die seit 2009 laufende Vertriebs-Kooperation werde um zwölf Jahre bis Dezember 2035 verlängert, teilten Deutschlands größter Versicherer und die Frankfurter Großbank heute mit.

Die Sach-, Kranken- und Lebensversicherungs-Verträge sollen dabei künftig nicht nur Privatkunden der Commerzbank angeboten werden, sondern auch den Firmenkunden und größeren Unternehmen. Die Zusammenarbeit stammt aus der Zeit der Finanzkrise, als die Allianz die Dresdner Bank an die Commerzbank verkauft hatte und die Commerzbank-Fondsgesellschaft Cominvest im Gegenzug an den Versicherer ging.

Die Commerzbank ist längst nicht der einzige Bank-Partner der Allianz. In Deutschland verkaufen auch die HypoVereinsbank, die bayerischen Genossenschaftsbanken und die Oldenburgische Landesbank (OLB) ihre Verträge

Schweizer Energieversorger Axpo bekommt Milliarden-Kreditlinie

Der Schweizer Energieversorger Axpo erhält als Schutz vor einer ernsthaften Schieflage eine milliardenhohe Kreditlinie vom Staat. Das Unternehmen könne bis zu vier Milliarden Franken (4,1 Milliarden Euro) abrufen, teilte die Regierung heute in Bern mit. Axpo sei für die Schweiz ein systemkritisches Stromunternehmen. Der Konzern begründete seinen Antrag damit, dass die Großhandelspreise an den Strombörsen sich im Vergleich zum September 2021 verzehnfacht und die Preisschwankungen in den letzten Tagen Rekorde erreicht hätten. Axpo hat als erstes Energieunternehmen den Rettungsschirm beansprucht, den Kreditrahmen aber noch nicht aktiviert.

Auch der finnische Versorger und Uniper-Hauptaktionär Fortum hat sich zur Bewältigung der Energiekrise einen zusätzlichen Finanzpuffer beschafft. Der Konzern habe mit der staatlichen Investmentgesellschaft Solidium eine Brückenfinanzierung über 2,35 Milliarden Euro vereinbart, teilte Fortum heute mit. "Die anhaltende Energiekrise in Europa wird durch die Entscheidung Russlands verursacht, Energie als Waffe einzusetzen, und trifft nun auch Fortum und andere nordische Stromproduzenten schwer", erklärte Konzernchef Markus Rauramo.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. September 2022 um 09:00 Uhr.