Kryptowährung Ethereum

Bitcoin, Ether & Co. Warum Kryptowährungen viele faszinieren

Stand: 22.12.2021 08:07 Uhr

Kryptowährungen erleben einen regelrechten Hype. Ihre Anhänger versprechen sich von Bitcoin & Co. nicht nur Reichtum, sondern auch eine gerechtere Finanzwelt. Zu Recht?

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles, zzt. San Francisco

Die erste Kryptowährung startete im Jahr 2009: der Bitcoin. Er ist zugleich auch die erfolgreichste Digitalwährung. Mehrere Tausend Kryptowährungen gibt es mittlerweile - doch nur ein gutes Dutzend hat neben dem Bitcoin Zukunftspotenzial: Ethereum, Binance, Solana oder Cardano.

Marcus Schuler ARD-Studio Los Angeles

Vom Hölzchen aufs Stöckchen

"Wenn man dann halt wieder schaut, was gibt es für Finanzakteure auf diesem Markt? Wie veraltet ist dieses System eigentlich? Dann muss man sich eigentlich regelrecht damit befassen", sagt Christian Byza. Er lebt in San Francisco und hat dort vor wenigen Monaten das Start-up Cryptohunt gegründet. Seine Idee: ein Infoportal zu den verschiedenen Anbietern und Plattformen. Denn die Kryptowelt ist voller neuer Begriffe und Funktionen und macht den Einstieg nicht unbedingt leicht.

"Ich fühle mich immer noch nicht sicher", gibt Byza zu. "Das ist ein never-ending topic, die Leute sprechen auch von dem Rabbit Hole." Was der Krypto-Experte damit meint: Wer einmal beginnt, sich mit Bitcoin und Co. auseinanderzusetzen, kommt schnell vom Hundertsten ins Tausendste. Auch Byza ging das zunächst so: "Jeden Tag gibt es was Neues, aber ich denke mal, die vergangenen sechs Monate habe ich mich schon sehr, sehr intensiv damit befasst."

Transfer in Echtzeit und für wenig Geld

Kryptowährungen haben einen entscheidenden Vorteil, den heutige Währungen nicht bieten: Sie erlauben den Transfer von Werten zwischen zwei Personen innerhalb weniger Minuten gegen eine geringe Gebühr - ganz ohne Bank als Mittler und ohne Umrechnungsgebühren. Die dahinter stehende Technologie, der sogenannten Blockchain, erlaubt es, dass sich quasi alles schnell und günstig transferieren lässt, solange es digitalisierbar ist.

"Das Tolle an einer Blockchain ist, dass jeder, der sie nutzt, etwas dafür bezahlt, und dass sie dadurch aufrechterhalten wird", erklärt Austin Federa, Sprecher der Digitalwährung Solana. "Wenn du also ein Nutzer bist und Tokens tauscht oder ein NFT kaufst, dann ist damit eine sehr geringe Gebühr verbunden, etwa 0,25 Cent." Diese Gebühr gehe an Leute, die auf der ganzen Welt Rechenleistung zur Verfügung stellen, um die Digitalwährungen zu schürfen. "Das hört sich nach wenig an. Wenn aber 65.000 Transaktionen pro Sekunde durchgeführt werden, summieren sich diese Gebühren ganz schön."

Diese Blockchain hat zwei zentrale Aufgaben: Über sie werden Transaktionen abgewickelt und sie unterhält ein Verzeichnis, in dem alle Transaktionen in chronologischer Reihenfolge abgespeichert und in Blöcke aufgeteilt werden. Daher der Name Blockchain - auf deutsch Block-Kette. Die Software dafür ist Open Source, jeder kann sie installieren. Alle Transaktionen sind öffentlich einsehbar. Damit das Netzwerk aus Hunderttausenden von Computern nicht zusammenbricht, gibt es für alle, die Rechenkapazität zur Verfügung stellen, eine Belohnung. 

Eine gerechtere Finanzwelt dank Blockchains?

Das Faszinierende an den neuen Währungen ist für Solana-Sprecher Federa, dass sie aus seiner Sicht das bestehende Finanzsystem gerechter machen können. "Die Art und Weise, wie Blockchains organisiert sind, ist eine Art riesige digitale Genossenschaft, in der es unmöglich ist, ein Nutzer des Systems zu sein, ohne auch ein Eigentümer zu sein", erklärt Federa das Prinzip. Und genau das schaffe viel gerechtere Strukturen. "Heute sind viele Unternehmen börsennotiert. Eine Blockchain könnte für dezentrale autonome Organisationen sorgen; für alternative Formen von Eigentum, die eine gerechtere Welt schaffen."

Für Cryptohunt-Gründer Byza in San Francisco ist klar: Die neuen Währungen werden bleiben, auch wenn sich zunehmend die Notenbanken in aller Welt einschalten, um die dezentralisierten Märkte stärker zu kontrollieren. "40 Prozent von allem Geld wurde in den vergangenen zwölf Monaten gedruckt", sagt er. "Da ist halt irgendeine Regierung irgendwo. Die drucken einfach mal 40 Prozent neues Geld und können das einfach machen."

Über dieses Thema berichtete der BR in der Sendung Computermagazin & Umbruch am 19. Dezember 2021 um 16:36 Uhr.