Eurogruppenchef Juncker

Eurogruppe einigt sich Juncker bleibt - Regling wird ESM-Chef

Stand: 10.07.2012 02:47 Uhr

Nach monatelangem Ringen ist der Streit um die Spitzenposten der Währungsunion gelöst - zumindest vorerst: Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker bleibt im Amt. Darauf verständigten sich die Euro-Finanzminister in einer weiteren Nachtsitzung in Brüssel, wie zunächst aus verschiedenen Diplomatenkreisen verlautete und wenig später von Juncker bestätigt wurde. Allerdings hatte der Luxemburger schon vorher klar gemacht, dass er nur noch für sechs Monate antrete.

Den künftigen Rettungsschirm ESM werde Klaus Regling führen, hieß es ebenfalls aus Diplomatenkreisen. Der Deutsche ist bereits Chef des befristeten Schirms EFSF.

Klaus Regling

EFSF-Chef Klaus Regling soll auch den ESM leiten.

Dritte Personalentscheidung des Treffens: Den vakanten Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) erhält Junckers Landsmann Yves Mersch, der dienstälteste Notenbankchef in der Eurozone.

"Wir wollen, dass Juncker auf Juncker folgt"

Mit den Entscheidungen für Juncker und Regling ist Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vorerst aus dem Spiel für den Topjob. Frankreich hatte am Montag allen Mutmaßungen, man habe sich mit Deutschland auf eine Rotation bei der Euro-Gruppen-Führung geeinigt, ein jähes Ende bereitet. "Wir wollen, dass Juncker auf Juncker folgt", sagte Finanzminister Pierre Moscovici in Brüssel. Und eine Entscheidung noch am Abend oder in der Nacht sei "unerlässlich".

Schäuble, der momentan noch Unberufene

Das sah nach einer Brüskierung für Schäuble aus, der mit dem Job liebäugelte. Er wies auch prompt Erwartungen zurück, die Sitzung könne den Durchbruch bringen. Die künftige Euro-Gruppen-Führung werde "von den Staats- und Regierungschefs entschieden". Denn denen habe Juncker selbst auf einem früheren Gipfel gesagt, er wolle nicht weitermachen - und die Debatte damit erst eröffnet.

Der deutsche Finanzminister wollte sich nach dem Treffen nicht ausdrücklich dazu äußern, ob er das Amt noch übernehmen will. "Wir überlassen das den Chefs", sagte Schäuble unter Anspielung auf die Staats- und Regierungschefs der Euroländer.

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KOMMENTARE

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barobek 10.07.2012 • 10:41 Uhr

Denkt noch jemand an die betrogenen Kleinanleger?

Gestern berichtete die ARD über betrogene spanische Bauern. Ihnen wurden lebenslange Anleihen und anderer Unsinn aufgequatscht. Das Geld ist weg. Sie haben nur Verluste und Kosten ohne Gegenleistung. Analphabeten haben mit Fingerabdruck "unterschrieben". In anderen Fällen wurden einfach Unterschriften gefälscht usw. - Diese Skandale werden in den ganzen Diskussionen überhaupt nicht berücksichtigt. Menschen wurden die hart erarbeiteten Rücklagen weggenommen. Diese "Peanuts" sind im großen Spekulationstopf der Banken verschwunden oder bereits als Provision oder Boni verbraten worden. - Danke für die Aufklärung über das gestern besetzte "Spitzenpersonal"! Ich habe keine Fragen mehr, wenn solche Charaktere im ESM das Sagen haben sollen. - Goldmann Sachs hat die Bilanzen Griechenlands für den Euro schön gerechnet. Und jetzt die Mitwirkung im ESM mit Teflon-Rechtsschutz gegen jede Kritik. - Wer zieht die NOTBREMSE und stoppt diesen Wahnsinn noch?